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Ärzte und Palliativpfleger haben Probleme, in einige Heime zu kommen

Coronavirus : Palliativpfleger haben Probleme

Corona: Versorgung schwerkranker Altenheimbewohner ist schwierig.

Mediziner aus Goch, die sich um die ambulante Versorgung Schwerstkranker kümmern, haben in diesen Tagen ein Problem: Offenbar machen es einige Altenheime den Palliativpflegern schwer. Dr. Jürgen Berger-Roscher, Facharzt für Allgemein- und Palliativmedizin aus Goch, hat den CDU-Bundestagsabgeordneten des Kreises, Stefan Rouenhoff, um Hilfe gebeten. Er schrieb ihm einen Brandbrief, der auch der Rheinischen Post vorliegt. Der Arzt schreibt: „Die Altenheime schließen ihre Pforten und lassen selbst unsere spezialisierten Palliativ-Pflege-Teams zum Teil nicht oder nur widerwillig zu den schwerst erkrankten Patienten. Dabei ist es natürlich trotz der Bemühungen der landesweiten Empfehlungen zur Ausbreitungsvermeidung von Corona immer noch wichtig, schwerst Erkrankte zu versorgen, auch wenn sie andere Krankheiten als Corona haben“ Die Palliativmediziner und ihre Mitarbeiter seien nun auf die Hilfe der Politik angewiesen. „Wir bitten Sie um einen Aufruf an die Pflegeheime, ärztliche und fachpflegerische Besuche von Patienten ausdrücklich zuzulassen.“

Rouenhoff sagte zu, den Landrat sofort auf das Thema anzusprechen. Dies wurde offenbar gehört: Am Dienstagmittag konnte der Abgeordnete die Antwort des Landrats weitergeben: Die Heimaufsicht habe alle stationären Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe mittels Rundmail darüber informiert, dass sich die Besuchseinschränkungen tatsächlich nur auf Besucher der Bewohner beziehen und medizinisch und pflegerisch notwendigem externen Personal weiterhin Zugang zu den Einrichtungen zu gewähren sei. Die Leitung eines Altenheims sagte der RP auf Anfrage, dem Verhalten einiger Heime liege sicherlich eine große Verunsicherung und Sorge zugrunde. Natürlich müssten auch in diesen Zeiten Therapeuten und andere Dienstleister zu den Patienten gelassen werden. Auch kurze Besuche bei Schwerkranken und Sterbenden würden ermöglicht – unter Hygieneauflagen.