Goch: Ärger über die Busse zur Gesamtschule

Goch: Ärger über die Busse zur Gesamtschule

Ein Jahr nach dem Ende für die Schulbusse: In einem Brief macht eine Mutter aus Weeze ihrem Ärger über die Situation bei der Beförderung zur Gesamtschule Mittelkreis Luft. Oft kämen die Kinder zu spät zur Schule, Busse seien überfüllt.

Vor einem Jahr schlugen die Wogen hoch. Da waren, wie berichtet, die Schulbusse zur Gesamtschule Mittelkreis in Goch gestrichen worden. Eltern aus den umliegenden Kommunen hatten daraufhin mobil gemacht, waren in Ratssitzungen gegangen und hatten die Politiker auf Probleme aufmerksam gemacht.

Seitdem schien es so, als wenn die Lage sich beruhigt hätte. Doch davon könne keine Rede sein, so Christiane Moll aus Weeze. Sie hat ihrem Ärger jetzt in einem kritischen Schreiben Luft gemacht. Der Brief werde auch von weiteren Eltern unterstützt, sagt sie.

"Fazit nach einem Jahr: Es läuft gar nichts, vom ersten Tag an nicht. Züge kommen nicht, fallen aus, kommen zu spät, kommen mit einem Waggon, total überfüllt", schreibt sie. Seien die Kinder an der Anschlussstelle Goch angekommen, seien entweder die Schulbusse weg oder auch total überfüllt. "Letztendlich, wenn denn die Busse erreicht werden, kommen auch diese grundsätzlich zu spät an der Schule an. Jeden Tag zu spät zum Unterricht, Wartezeiten bei jedem Wetter, fehlender Stoff und schon morgendlicher Stress. Ganz toll ist dieses, wenn Klassenarbeiten anstehen. Dass so etwas auch die Lehrer stört, ist nachvollziehbar", heißt es weiter. "Sogar diese haben uns schon gebeten, noch mal dieses Problem öffentlich zu machen und die entsprechenden Leute, die diese Entscheidung vor einem Jahr getroffen haben, anzusprechen und die Entscheidung noch mal zu überdenken."

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Früher habe die Fahrtzeit mit dem Bus weniger als 20 Minuten betragen, die Schüler seien pünktlich an der Schule gewesen, es habe keine Probleme gegeben. Heute betrage die Fahrtzeit über eine Stunde für eine Strecke. Es gebe nur Verspätungen, Stress für Schüler und Lehrer, nur Probleme. Ihre beiden Kinder würden oft vom Bahnhof laufen, weil die Busse schon weg seien. "Abschließend möchten wir als Betroffene nur sagen: Danke, liebe Kommunen. Es wird mal wieder am falschen Ende gespart, alles zum Wohle der Kinder", schließt sie ihren Brief.

Das Schreiben ist bei der Stadt Goch bekannt. Diese massive Kritik überrasche. Bislang seien noch keine Eltern mit ähnlichen Beschwerden an die Stadt herangetreten, sagt Thorsten Matenaers, Sprecher der Stadt Goch. Auch von Seiten der Schulleitung habe es keine Beschwerden gegeben.

Unabhängig von dem Brief sei ohnehin geplant gewesen, bei der nächsten Schulverbandsversammlung des Zweckverbandes der Gesamtschule Mittelkreis über die aktuelle Situation bei den Bussen zu berichten. Es soll ein erstes Fazit nach einem Jahr gezogen werden. Die Sitzung ist öffentlich und findet am Mittwoch, 23. Mai, ab 18 Uhr im Ratssaal der Stadtverwaltung Goch statt. Dann werde man auch auf die Vorwürfe aus dem Brief eingehen.

(zel)
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