Goch: Abschied von der Gustav-Adolf-Schule

Goch: Abschied von der Gustav-Adolf-Schule

Gemeinsam wurden der langjährige Schulleiter Franz van Beek, Konrektorin Ruth Hemmelder und Kollegin Monika Rosenbaum gestern in Goch im Rahmen einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet.

Gleich drei Menschen, die vier Jahrzehnte lang als Lehrer tätig waren, wurden in der Gustav-Adolf-Schule (GAS) verabschiedet. Mit Schulleiter Franz van Beek gingen Konrektorin Ruth Hemmelder und Lehrerin Monika Rosenbaum in den Ruhestand. Es war ein "Verabschiedungsmarathon", wie van Beeks Nachfolger Norbert Arntz es formulierte, denn jeder der drei wurde mit herzlichen, sehr persönlichen Reden in die freie Zeit entlassen, die nie mehr an Ferientermine gebunden sein wird. "Wir müssen den Laden jetzt ohne Sie schmeißen", richtete Schülersprecher Mirolsav Kurtic seine Worte an Franz van Beek und bedankte sich für dessen Engagement, Geduld und Liebe zum Beruf. Diese drei Eigenschaften tauchten in allen Reden immer wieder auf. "Du warst ein Glücksfall für diese Schule", sagte Norbert Arntz und hob hervor, dass Franz van Beek die Existenz der GAS gesichert habe, weil er Ausbau- und Umbaumaßnahmen zielstrebig verfolgt und durchgeführt habe.

"Ich bin nervöser als vor dem zweiten Staatsexamen", sagte der Schulleiter kurz vor der Verabschiedung. Rückblickend auf 42 Hauptschullehrerjahre sagte er: "Es war nie langweilig." Besonders die Leitungstätigkeit habe ihm viel Spaß gemacht, betonte der 65-Jährige. "Meine Tür stand immer offen", beschrieb er die Zusammenarbeit mit dem Kollegium. In seiner Rede am Ende der Feierstunde zeigte er sich gerührt und dankte Kollegen und Weggefährten. "Eigentlich wollte ich Maschinenbauingenieur werden", bekannte er. Die Freude an Planungsarbeit kennzeichne aber auch den Lehrberuf. Die Abschaffung der Hausaufgaben, das "größte und schönste Lehrerzimmer der Welt", viele Umbaumaßnahmen und Erweiterungen kennzeichnen die 25 Jahre, in denen er das Geschick der Hauptschule an der Wiesenstraße lenkte. Bürgermeister Ulrich Knickrehm sprach zu dem Ruheständler in spe als Freund. "Du bist zielstrebig, zuverlässig und anstrengend", beschrieb er van Beek, der auch als Mitglied der BFG-Fraktion im Gocher Rat politisch aktiv ist. Zur Feier in der GAS waren noch weitere Ratsmitglieder gekommen.

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Ruth Hemmelder, die, bevor sie nach Goch kam, 34 Jahre an der Hauptschule in Kalkar gearbeitet hatte, wurde von ihrem dortigen ehemaligen Rektor, Norbert Heidemann, als "Fachfrau, die unaufgeregt ihre Pflicht getan hat", bezeichnet. "Ein Lächeln bewirkt mehr als Strafen, das hast du uns gezeigt", sagte Heidemann weiter. "Ich freue mich, keinen Termindruck mehr zu haben", sagte Hemmelder in ihrer Dankesrede. Die 63-jährige Gocherin freut sich auf ausgedehnte Reisen mit dem Wohnmobil außerhalb der Ferien. "Schule heute ist anders als früher", sagte sie, und ihren Kollegen riet sie: "Helft den Schülern, die euch brauchen, aber lasst euch nicht vereinnahmen." Über Monika Rosenbaum sagte Julian Görtz als Vertreter der Lehrerschaft, sie sei eine "herausragende Lehrerin", der es immer um die Schüler ging, sich selbst nie geschont, nichts vermieden habe. Für ihn als jungen Lehrer sei sie Ratgeberin und Freundin gewesen. "Ich war streng und leistungsorientiert", sagte sie über sich selbst. Jeder Tag ihrer Lehrertätigkeit sei eine Herausforderung gewesen. "Ja, ich freue mich, und nein, ich falle nicht in ein tiefes Loch", stellte sie in ihrer Dankesrede mit klarer, aber bewegter Stimme fest. Zum Schluss übergab Franz van Beek einen überdimensionalen symbolischen Schlüssel an seinen Nachfolger, der ihn respektvoll in Empfang nahm. Für die musikalische Gestaltung des Festaktes sorgte als erster Franz van Beeks 11-jähriger Sohn mit einem gekonnten Beitrag auf dem E-Piano.

(ath)