1. NRW
  2. Städte
  3. Goch

Goch: Abriss der ehemaligen Spedition Jansen

Goch : Abriss der ehemaligen Spedition Jansen

Die Wohnbau e.G. plant den Neubau von 17 seniorengerechten Wohnungen an der Wiesenstraße.

Das Haus in der Wiesenstraße mit der Hausnummer 55 steht schon lange leer. Auf dem verlassenen Grundstück wuchert Unkraut, das Pflaster ist gerissen, ein Bauzaun umgibt das Gelände. Die Lagerhallen mit Werkstatt waren ehemals Sitz der Gocher Spedition Jansen, seit einigen Jahren ist die Wohnbau e. G. (eingetragene Genossenschaft) Besitzer und wird hier demnächst zwei Gebäude und eine Tiefgarage mit insgesamt 17 Wohnungen errichten.

Der Abriss der alten Gebäude auf dem 3200 Quadratmeter großen Areal hat gestern begonnen und wird voraussichtlich etwas mehr als eine Woche dauern. Ein Bagger ist bereits vor Ort und wartet auf seinen Einsatz, doch bevor er mit der Greifzange Dach und Wände des alten Wohnhauses auseinander nimmt, müssen einige Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden. Zum Beispiel muss der Strom abgeschaltet, das Wasser abgesperrt sein, die Gebäude müssen entkernt werden. "Vorher kann ich nicht anfangen", sagt Norbert Peters, Baggerführer der Firma Look, die von der Wohnbau e.G. den Auftrag für den Abriss erhalten hat. "Dazu gehört ein komplettes Entsorgungskonzept", erläutert Manfred Tielkes, geschäftsführender Vorstand der Wohnungsbaugesellschaft, die in Goch, Kalkar, Uedem und Kleve 800 Wohnungen vermietet. Container stehen bereit, den Schutt aufzunehmen. Manche Bauteile müssen getrennt entsorgt werden.

"Die Wohnungen, die wir bauen, werden 50-100 Quadratmeter groß sein und zwei bis drei Zimmer haben", teilt Sebastian Hegmann, ebenfalls Mitglied des Vorstands, mit. Die Komfortwohnungen sind besonders auf die Bedürfnisse von Senioren ausgerichtet. "Jede Wohnung hat einen Wirtschaftsraum für Waschmaschine und Trockner, damit man dafür nicht in den Keller muss", so Hegmann. Weiter sind Aufzüge, Barrierefreiheit und die Nähe zur Stadt wichtig für die älteren Bewohner.

Manfred Tielke beurteilt die Wiesenstraße als sehr gute Wohnlage. Attraktiv sei die Nähe zum Stadtpark und zum Naherholungsgebiet entlang der Niers. Die geplanten Wohnungen werden wintergartenähnlich verglaste Loggien und große Terrassen in Südlage bieten. Die Fertigstellung ist für Mitte 2019 vorgesehen. Zu den Kosten und voraussichtlichen Mietpreisen konnten die Planer noch keine genauen Angaben machen. Seniorengerechter Wohnungsbau sei aber eine lohnenswerte Investition. "Das ist ein wachsendes Markt-Segment", so Sebastian Hegmann. Für das Projekt gebe es bereits Interessenten.

Um einen Eindruck zu geben von dem, was die unmittelbare Nachbarschaft in den nächsten Tagen erleben wird, ließ Baggerführer Norbert Peters die große Greifzange einmal kreisen und einen schweren Container heben, als sei er federleicht. Peters hat in 25 Berufsjahren schon viele Häuser abgerissen. Die Sicherheit steht immer obenan. "Manchmal kommen ehemalige Bewohner und schauen zu", sagt er.

Das Unternehmen Wohnbau e.G. gibt es seit 1899. Derzeit hat die Genossenschaft 1500 Mitglieder.

(ath)