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Goch: 70 Wohnungen auf altem StOV-Gelände

Goch : 70 Wohnungen auf altem StOV-Gelände

Die Gocher Firma Helmus & Geurtz, erweitert um den Architekten Markus Coenen, baut zwischen Feld-, Mittel- und Reiscopstraße barrierearme Mehrfamilienhäuser. Bis 2015 verärgerte eine baufällige Ruine Stadt und Anlieger.

Jahrelang war die Gegend nur als "Schandfleck" in aller Munde - nun soll sie ein zeitgemäßes Wohnquartier werden. Die Baufirma Helmus & Geurtz, die sich mit dem Architekten Markus Coenen zur Gesellschaft "City Wohnen Goch" zusammengeschlossen hat, hat mit Erdarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Standortverwaltung begonnen. Dort, zwischen Mittelstraße, Feld- und Reiscopstraße gammelte viele Jahre lang die Ruine der ehemaligen "STOV" vor sich hin, bis sie endlich Anfang 2015 komplett abgerissen wurde. Seitdem lag die Fläche brach, und mancher fürchtete schon, es deutete sich das nächste Problem an. Doch diese Sorge ist unbegründet: "Wir werden dort etwa 70 Wohnungen realisieren", sagt Klaus Helmus. Er und Kollege Hubert Geurtz haben das 6500 Quadratmeter große Gelände Ende 2016 erworben und gemeinsam mit dem Architekten Markus Coenen überplant.

Alle drei Männer kennen die Vorgeschichte bestens: Nachdem die Bundeswehr die Standortverwaltung nicht mehr benötigte, stand sie jahrelang leer und wurde schließlich von einer niederländischen Firma gekauft. Die hatte offenbar nicht vor, das Gelände schnell umzuwidmen, sondern ließ es Jahr um Jahr liegen. Stürme deckten Dächer ab, Mauern bröckelten, Jalousien flogen herum, Müll überall, das Unkraut wucherte. Schon bald regten sich die Nachbarn auf, doch die Handhabe der Stadt war gering. Um Eigentümer zu veranlassen, sich um ihren Besitz zu kümmern, muss schon die öffentliche Sicherheit gefährdet sein. Bis es so weit war, verging viel Zeit. Die Stadt sperrte ab 2009 den Bürgersteig an der Mittelstraße, im Sommer 2014 gar Teilbereiche der Reiscop- und Mittelstraße, denn die Ruine war akut einsturzgefährdet und bedrohte Passanten und den Straßenverkehr. Mit einer entsprechenden Ordnungsverfügung gelang es endlich, den Eigentümer zum Abriss zu bewegen. Zuletzt fiel der markante Schornstein, der an seine frühere Nutzung als Lederfabrik Moll erinnerte. Der Bebauungsplan von 1990 lässt nicht ganz das zu, was heute gewünscht wird, deshalb ist eine Bebauungsplanänderung auf dem Weg. "Ursprünglich war eine Blockrandbebauung vorgesehen mit einer Art Innenhof in der Mitte. Aber die meisten Menschen wollen heute viel Licht, nicht nur von vorne und hinten", erklärt Markus Coenen. Deshalb entwarf er für das Gelände lieber sechs Komplexe mit jeweils sechs Eigentums- oder Mietwohnungen, an der Mittelstraße wird es auch Straßenbebauung geben. "Mit dem Erdaushub entlang der Feldstraße haben wir schon begonnen, und dort werden auch die beiden ersten Sechsfamilienhäuser entstehen", erklärt Helmus. Etwa drei Jahre habe man sich Zeit genommen für Bau und Vermarktung - 70 Wohnungen sind eine Menge. "Wir denken aber, dass es dafür großes Interesse geben wird, denn die Lage und Ausstattung mit Süd- und West-Balkonen ist ausgezeichnet. Die Wohnungen haben Größen von 66 bis 128 Quadratmetern, es gibt Grünanlagen und einen Kinderspielplatz."

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Barrierefreie oder -arme Wohnungen in fußläufiger Nähe zur Innenstadt seien gerade für reifere Menschen sehr attraktiv. Pro Wohnung sei im Tiefparterre ein Pkw-Abstellplatz vorgesehen. Wer kein Auto hat, freut sich über den nahen Bahnhof und Bushaltestellen. Bei Interesse für eine Wohnung - als Eigentümer oder Mieter - könne man sich schon jetzt vormerken lassen. Im kommenden Jahr sollen die ersten Häuser bezugsfertig sein.

(RP)