Goch: 45 Hektar sind für die OW1 nötig

Goch : 45 Hektar sind für die OW1 nötig

Bei der seit Jahren geplanten Umgehungsstraße geht es jetzt offenbar voran. An einem Infoabend in Winnekendonk stellten Bezirksregierung und Straßenbehörde vor, wie die Neuordnung der Flächen an der Trasse ablaufen soll.

Eine Sache werden die Besucher sicher erfreut registriert haben. Auf gefühlt jeder zweiten Folie, die die Verantwortlichen für Flurbereinigung und Ausbau der Ortsumgehung OW 1 an die Wand warfen, war eindeutig zu lesen: Der Planfeststellungsbeschluss wird für 2018 erwartet. Im Klartext: Noch in diesem Jahr soll es die Genehmigung für den Bau der Trasse von Kevelaer zwischen Winnekendonk und Wetten hindurch Richtung Autobahn-Anschlussstelle Sonsbeck geben. Immer wieder wurde auch deutlich gemacht, dass es jetzt ernst werde. Etwa als Ralf Wilden von der Bezirksregierung Düsseldorf erzählte, dass man ihm einst die Akte zur OW 1 mit dem Hinweis gezeigt habe. "Da tut sich nichts". Das habe sich jetzt geändert. "Mit der neuen Landesregierung ist Tempo in das Thema gekommen", sagte er.

So sah es auch Ralph Merten von der Bezirksregierung. Er sei schon 2010 bei dem Erörterungstermin dabei gewesen. Danach sei das Projekt "stecken geblieben". Jetzt laufe es wieder. Es habe jetzt für die Flurbereinigung diverse Gespräche mit Stadt und Landwirtschaftskammer gegeben. "Ich habe das Gefühl, dass wir da auf einem guten Weg sind", sagte er.

Dass es ernst wird, zeigte eben auch der Termin in Winnekendonk in der Begegnungsstätte. Auch wenn es erst ein rein informeller Abend war, ging es darum, die Bürger schon mal auf die Flurbereinigung einzustimmen. In diesem Verfahren geht es einmal darum, die nötigen Flächen für die Trasse aufzukaufen. Gleichzeitig soll durch Tausch und Neuordnung der Grundstücke erreicht werden, dass die Belastung gleichmäßig verteilt wird.

Mancher im Saal musste erst einmal kurz schlucken, als die Vertreter der Behörden den gesamten Flächenbedarf bekannt gaben: Stolze 44,8 Hektar sind nötig, um die Straße zu realisieren. Immerhin sei es möglich, einen Großteil der nötigen Ersatzmaßnahmen im Zuge des Niersauenprojektes umzusetzen. "Rund 45 Hektar sind eine ziemliche Hausnummer. Wir sind froh, dass 16 Hektar über die Niers schon mal weg sind", hieß es.

Viel Arbeit liege vor den Behörden. Denn im Bereich östlich der K 33 (Altwettener Weg von Wetten nach Winnekendonk), der von der Flurbereinigung betroffen ist, seien die Grundstücke noch nie neu geordnet worden. Merten sprach von einem großen Puzzle, das man neu zusammensetzen müsse. Ein Puzzle allerdings, das viele Möglichkeiten zur Lösung biete. Daher sei er optimistisch, im Dialog Lösungen zu finden. "Ich habe in meiner Zeit bislang kaum Widersprüche erlebt", sagte er. Ziel sei, auch in Winnekendonk eine einvernehmliche Einigung mit den Grundstückseigentümern zu erreichen. Die wollten vor allem wissen, wie viele Flächen denn durch die Trasse verloren gehen. Genaue Daten dazu gebe es noch nicht, Ziel sei, möglichst einen Flächenverlust zu vermeiden. Merten machte aber auch deutlich: "Wir haben uns hier nicht zum letzten Mal gesehen. Das Verfahren wird sich über Jahre hinziehen."

Geschätzte zehn Jahre soll es dauern bis zur Schlussfeststellung der Flurbereinigung. Die Trasse allerdings soll bis dahin längst fertig sein.

(zel)
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