28. Niederrheinischer Radwandertag mit 33 Touren im Kreis Kleve

Radwandertag im Kreis Kleve : Der Niederrhein radelt auf 80 Wegen

Am 7. Juli ist wieder Niederrheinischer Radwandertag. In den vergangenen Jahren beteiligten sich jeweils bis zu 30.000 Menschen. Viel Programm wird in den Kommunen vorbereitet. Familien und Gruppen besonders gefragt.

Die 28. Ausgabe des beliebten Niederrheinischen Radwandertages steht unter dem Motto „Kultur in der Natur“. Was überhaupt kein Gegensatz ist, denn der Niederrhein ist eine von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft. Aber am Sonntag, 7. Juli, soll den Teilnehmern des Radwandertages noch manches Extra mit auf den Weg gegeben werden.

„Seit der Niederrhein Tourismus die Großveranstaltung organisiert, ist da mehr Schwung drin, weil erkannt wurde, dass es besser ist, einen richtig großen Tag mit viel Programm aus dem Ereignis zu machen“, findet Harald Münzner, in Kalkar für den Tourismus zuständig. In „seiner“ Stadt fand jetzt die Pressekonferenz zum Radwandertag statt. Vermutlich, weil Kalkar schon jetzt etwas bieten kann, was auch noch in drei Wochen etwas Besonders ist: die Sandfläche auf dem Marktplatz, die Grundlage für die Aktion „Sommer in der Stadt“ ist.

Bereits zum 28. Mal findet das Großevent am gesamten Niederrhein und in den benachbarten Niederlanden statt; zwischen 10 und 17 Uhr wird den Teilnehmern viel geboten. Sie können wählen aus 80 Routen, von denen 33 im Kreis Kleve liegen. Viele fahren gerne in der Nachbarschaft herum, mancher verlädt seinen „Drahtesel“ vielleicht auch und erkundet mal eine entlegenere Gegend. Familienfreundliche Kurz-Routen sind ebenso dabei, wie ausgewachsene Tages-Trips, die vielleicht sogar besser mit dem Pedelec zu bewältigen sind. Für ambitionierte „Fietser“ oder E-Bike-Besitzer ist ein Wechsel zwischen den Routen möglich, um die Strecke sogar noch zu verlängern. Zahlreiche E-Bike-Ladestationen sorgen dafür, dass nicht ungewollt auf mehr Muskelkraft umgeschaltet werden muss.

In Kalkars Rathaus präsentierten Vertreter der 16 Kommunen im Kreis ihre Touren. Torsten Matenaers für die Stadt Goch zum Beispiel empfahl einen Besuch des See-Festes, das am selben Tag stattfindet. In Gochs riesigem Neubaugebiet gibt es natürlich Musik und Verpflegung, dazu Spiele und Attraktionen für die ganze Familie. „Die Pfadfinder vom Stamm Edelweiß sind darauf vorbereitet, im Notfall auch Reifen zu flicken“, berichtete Matenaers. In alle vier Himmelsrichtungen führen die Gocher Touren.

Es darf gerne schöneres Wetter sein als bei dieser früheren Tour ab Kleve. Spaß hat’s aber offenkundig auch damals gemacht. Foto: van Offern, Markus (mvo)

Statt wie früher an der Gaststätte Krühan geht es in Uedem diesmal am Marktplatz los, erzählte Klaudia Gärmer. Nostalgie-Fahrzeuge können bestaunt werden, und eine Hochrad-Schule lädt zum etwas anderen Radeln ein. „Der Werbering und die Landfrauen versorgen die Gäste mit Essen und Trinken.“ Birgit Schumacher vom Stadtmarketing Kleve berichtet von einer neuen Stempelstelle in Griethausen, von Hüpfburg und Kinderschminken und lud in die Klever Museen ein.

Aus Issum war Vera Nabefeld gekommen. „Wir haben eine neue Route, die unseren Kreis und die Weseler Nachbarkommunen Alpen, Sonsbeck sowie Xanten einbezieht“, erzählte sie. Die ehemalige Synagoge, die Mühle oder das His-Törchen sind besuchenswerte Extras in Issum. Kalkar präsentiert gerne seine Burg Boetzelaer, die sonntags immer zu Kaffee und Kuchen einlädt, und rechnet mit großer Nachfrage nach der Fahrradfähre, die die Ausflügler ans andere Rheinufer bringt. Das Museum und die Galerie am Markt zeigen ihre aktuellen Ausstellungen.

Manon Look-Braun freut sich darüber, dass das Knotenpunktsystem endlich installiert ist und erwartet wieder einigen Ansturm auf den Wanderpokal, der der teilnehmer-stärksten Gruppe gewidmet ist. Kevelaer, das ganze Jahr über von zahlreichen Touristen besucht, hat bald neue Attraktionen zu bieten: Bernd Pool schlug vor, die Baustelle zu besuchen, an der im künftigen Solepark das Gradierwerk entsteht. „Und nebenan eröffnet im Oktober unser Rilano-Hotel.“

Auch Geldern hat seinen Sand in der City und fühlt sich deshalb „karibisch“. Wer noch Kraft hat, kann am 7. Juli zwischendurch am Beachvolleyball-Turnier teilnehmen. Oder die Werke „Kunst am Knast“ in Pont besuchen, die der Künstler Peter Busch mit Gefangenen erarbeitet hat. Sogar eine Zelle in Originalgröße ist zu sehen. Oder möchten die Ausflügler doch lieber in Kalkar singen und eine Fotoausstellung würdigen? Oder die Alte Schmiede in Weeze kennenlernen? Wachtendonk eröffnet am selben Tag sein Stadtradeln, bietet aber auch allerhand Kinderspaß. Klar, dass Straelen allerhand Grünes vorbereiten wird und zum Beispiel Gemüse als gesunden Snack anbietet. Eine Uhrmacherwerkstatt, ein Akkordeonkonzert und das Stadtarchiv repräsentieren den kulturellen Teil.

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