2018 musste die Feuerwehr Goch 462 Mal ausrücken

Jahresbilanz : Noch mehr Einsätze für die Feuerwehr

Schon 2017 war die Zahl der Einsätze mit 299 laut Stadtbrandinspektor Georg Binn „grenzwertig“. Im Jahr 2018 mussten die Kameraden sogar 462 Mal ausrücken. Gut, dass die Gocher Feuerwehr derzeit keine Personalsorgen hat.

Es war keine Sonntagsrede, mit der Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm die große Verantwortung der ehrenamtlichen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung im Kultur- und Kongreßzentrum Kastell herausstellte. Im Gegenteil: Seine an die nahezu 300 Anwesenden gerichteten Worte klangen ehrlich. „Bei der Feuerwehr zu sein, das ist Ihre Berufung, das ist mehr als ein Hobby und das wissen wir, Rat, Verwaltung und die Bürgerschaft sehr zu schätzen. Erst recht wenn man mitbekommt, dass es in anderen Städten und Gemeinden teils größte Schwierigkeiten gibt, genug Aktive für die Löschzüge und Gruppen zu begeistern“, sagte Knickrehm nicht ohne Stolz angesichts der 455 Mitglieder, über die die Gocher Feuerwehr verfügt und von denen 252 ihren aktiven Einsatzdienst versehen.

„Personalnöte gibt es bei uns nicht. Was uns allerdings ein wenig zu denken gibt, ist die Tatsache, dass immer mehr Bewerber Probleme mit dem Nachweis der gesundheitlichen Tauglichkeit haben“, schilderte der Leiter der Feuerwehr, Georg Binn. Die Folge sei, dass der Aufnahme einiger Bewerber nicht zugestimmt werden konnte. Ohnehin sei die gesundheitliche Fitness für die im Feuerwehrdienst gestellten Anforderungen allein nicht ausreichend. Ein wichtiger Baustein liege auch in der Ausbildung, fuhr der Stadtbrandinspektor angesichts der 462 im vergangenen Jahr zu bewältigen Einsätze fort. Die Steigerung um gut 50 Prozent ist laut Binn mehrheitlich Unwetterereignissen geschuldet. Einig waren sich Binn und Knickrehm bei der Sinnhaftigkeit der Investitionen in die Feuerwehr. So seien im vergangenen Jahr in Technik und persönliche Schutzausrüstung rund 120.000 Euro, in Fahrzeuge 400.000 Euro und in das Gerätehaus Hommersum 240.000 Euro investiert worden. „Feststellung: Ausstattung gut. Allerdings nur eine Momentaufnahme“, so Binn. Denn mit über 170.000 Euro schlage in diesem Jahr der Gerätewagen Messtechnik mit Einsatzleitfunktion zu Buche. Ganz zu schweigen von der Drehleiter, deren Ansatz im kommenden Jahr 850.000 Euro aufzeige, und dem Ersatz für die fünf, teilweise über 30 Jahre alten Fahrzeuge, deren Ersatz für 2021 vorgesehen ist.

Darüber hinaus sei auch für das längst renovierungsbedürftige Depot in Hülm nach zahlreichen Überlegungen eine Lösung gefunden worden. „Neubau“, sagte Ulrich Knickrehm, dem für diese Aussage Beifall gezollt wurde.

Die Wichtigkeit der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes, dem Handwerkszeug eines Leiters der Feuerwehr, die gute Zusammenarbeit mit den Niederländern, die vertraglich geregelt sei, und die Jugendarbeit der Feuerwehren hob indes Kreisbrandmeister Reiner Gilles im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Gocher Feuerwehr abschließend hervor.

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