WANKUM: Zeitreise – Erntedank in Wankum

WANKUM: Zeitreise – Erntedank in Wankum

Der Wankumer Ortskern verwandelte sich am Sonntag in einen Treffpunkt für Jung und Alt. Das Erntedankfest unter freiem Himmel lud nach der Messe ein, in längst vergangene Zeiten zu schlüpfen, die die landwirtschaftlichen Betriebe und die Familien erlebt hatten.

Gefachsimpelt wurde an altgedienten, immer noch kräftig pötternden Traktoren. Klompen- und Korbmacher ließen sich bei der Arbeit zusehen.

Die Strippen für das dörfliche Fest zogen Heinz-Josef Naus vom Geschichtskreis und Mitstreiter wie Karl-Heinz Druyen vom Heimatbund. Vor drei Jahren sorgte die Erstausgabe des Erntedankfestes für große Begeisterung. Nun war die Zeit reif für eine neue Ausgabe. „Wir hatten genügend Zeit, diese Veranstaltung gut vorzubereiten“, sagte Naus, der auf die Zusammenarbeit der örtlichen Vereine bauen konnte und manches Schätzchen an landwirtschaftlichen Geräten organisierte. Beispielsweise aus der Eifel eine Kartoffelsortiermaschine. Per Hand wurde die Maschinenkurbel betätigt. Durch ein Rütteln sortierten sich drei verschiedene Größen in die jeweiligen Behältnisse. Andrea Helders erläuterte den Kindern an ihrem Kartoffelstand die Maschine. „Wichtig ist, dass sie die Natur und Landwirtschaft erleben“, sagte sie. Nur wenige Meter weiter an der Kirche hieß es „Waschtag von Weißwäsche“. In historischen Gewändern ließen sich die „Waschfrauen“ Marietherese Reiners und Maria Smits bei den Arbeiten zusehen. „Früher verlangte das Wäschewaschen viel körperliche Arbeit“, sagte Marietherese Reiners vom Geschichtskreis. Zunächst wurde Wäsche eingeweicht, das Waschbrett kam zum Einsatz. Erleichterung brachte die erste Miele, ein Holzbottich, der über ein Zusatzgerät verfügte, mit der sich nasse Wäsche auswringen ließ. In die Handwerkskunst von Flachsernte und Verarbeitung zu Leinen entführten Walter und Hildegard Tillmann vom Textilmuseum „Die Scheune Nettetal“. Wenige Schritte weiter schmiss Thomas Höfer vom Claassenhof eine Maschine an, um Weizen und Gerste zu mahlen.

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An diesem herrlichen Herbsttag füllte sich der Ortskern umgehend. Die Gäste besuchten die Stände, kehrten in die historische Gaststätte „Zum Goldenen Apfel“ ein, um in Erinnerungen zu schwelgen. „Ich finde das, was die Wankumer Vereine gemeinsam auf die Beine gestellt haben, einfach irre“, hieß es in der Familie Swemers. Für die beiden Kinder Maya (10) und Tom (8) waren die Favoriten die Strohburg, die Kaltblüter und das Kälbchen. An die kirchlichen Anfänge von Wankum erinnerte ein Altar in Höhe der Schule, den Naus aufgebaut hatte.

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