Zehn neue "Alltagsmenschen" in Straelen

„Stroelse Koffie“ : Straelen begrüßt seine Alltagsmenschen

Mit Musik und Beifall wurden die „Neubürger“ am Freitag enthüllt und vorgestellt. Großer Andrang bei Stroelse Koffie.

Selten sind Neubürger so aufwändig empfangen worden: Die ganze Stadt und viele Gäste von auswärts waren am Freitag auf den Beinen, um die „Alltagsmenschen“ zu begrüßen. Der Fotograf, der Bofrostmann, der Gärtner und der Schütze – sie sind in Straelen angekommen. Die Figuren der Künstlerin Christel Lechner, die natürlich auch dabei war, begeisterten vom ersten Moment an ihre Mitbürger.

Dem „Mann mit der Kappe“ gebührte die Ehre, als erster enthüllt zu werden. Und das mit gutem Grund, denn ohne ihn gäbe es die Alltagsmenschen in Straelen nicht. Bernd Heines erinnerte dran, wie zu der Idee kam. Das Fundament für die Anschaffung der „Alltagsmenschen“ in Straelen hatte Matthias Bocksteger gelegt. Der Ehrenbürgermeister hatte für seine Beisetzung verfügt, dass er keine Kränze und Blumen möchte, sondern eine Spende für den Verein „L(i)ebenswertes Straelen“. Zunächst sollte es nur der „Mann mit der Kappe“ werden. Dann habe es eine unheimliche Dynamik gegeben, berichtete Doris Bonnes-Valkyser. Die Unternehmen zeigten sich so begeistert, dass es am Ende tatsächlich zehn Alltagsmenschen wurden.

Marget Linssen trug neben den „Stroelse Frolie“ ein Gedicht auf Platt vor. Foto: Dirk Möwius

Die waren bis Freitagabend gut verhüllt hinter weißem Tuch. Unter den Klängen des Trommler- und Fanfarencorps zog die Menge von Station und begrüßte mit Beifall jede Figur. Die „Stroelse Frolie“ sitzen auf einer grünen Couch und blicken über den Marktplatz. Der Bofrost-Mann bietet freundlich ein Eis an. Valentin Florentin heißt der junge Gärtner. Er steht als Synonym für den Produktionsgartenbau in Straelen. Johannes, der Schütze, steht für die zehn Bruderschaften im Stadtbund. Die St.-Johannes-Bruderschaft ist eine der ältesten Bruderschaften mit jungen Mitgliedern. Der Fotograf knipst Richtung Grüne Couch, die mittlerweile 20 Jahre vor dem Rathaus steht. Manni, der Berater, der Mann mit der Aktentasche, steht vor dem Steuerberatungsbüro von Manfred Eikes. Seine Figur steht auf dem Ostwall als Synonym für alle „Schreibtisch-Täter“ und Büromenschen. „Lieschen Radieschen“ heißt die Gärtnersfrau, die der „1000 gute Gründe“-Aktion von Landgard entstammt. Sie wurde natürlich vom Straelener Blumenmädchen Carolin Canders enthüllt.

Original und Alltagsmensch: Andreas Kawaters und der Bofrostmann. Foto: Dirk Möwius

Ins Vorfeld der Enthüllungen hatten die Organisatoren, Stadtmarketing und der Verein AusStraelen, im Rahmen des landesweiten IHK-Aktionstags „Heimatshoppen mit „Stroelse Koffie“, an dem die örtlichen Bäckereien, Kaffee und Kuchen zum Festtagspreis von 2,50 Euro anboten, aufs richtige Pferd gesetzt. Die Stadt war schon früh richtig voll. Bürgermeister Hans-Josef Linßen und Wirtschaftsförderer Uwe Bons freuten sich über die gelungene Veranstaltung. Und es blieb in den Abend hinein ein wundervolles Fest mit Livemusik und viel guter Laune.

Fast alle Alltagsmenschen haben Namen, nur die Stroelse Frolie noch nicht. Es gibt einen Wettbewerb um die Namenssuche. Die Bekanntgabe der Gewinner ist beim „Herbstzauber“.

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