Geldern: Wolters: Kein Verständnis für Holz' Verhalten

Geldern: Wolters: Kein Verständnis für Holz' Verhalten

Bernd Holz will weiterhin Mitglied im Gelderner CDU-Stadtverbandsvorstand bleiben und auch die Sitzungen weiter besuchen. Nach dem Streit auf der Mitgliederversammlung der Walbecker CDU sieht er sich in der Pflicht, dies zu tun.

"Das bin ich den Leuten schuldig, die mich gewählt haben", sagt Holz. Er hatte am Montagabend bei der Sitzung eine Stellungnahme zu seiner Person gefordert, nachdem der Stadtverbandsvorstand in einer früheren Sitzung erklärt hatte, nicht mehr vertrauensvoll mit Holz zusammenarbeiten zu können.

Kein Austritt aus der Partei

Bernd Holz hatte Strafanzeige gegen den geschäftsführenden Vorstand der Gelderner CDU erstattet, nachdem er herausgefunden hatte, dass personalisierte E-Mails an CDU-Ratsmitglieder ohne Wissen von Empfängern und Absendern zuerst in der Geschäftstelle gelandet waren. Das Ermittlungsverfahren wurde inzwischen eingestellt.

Einen Austritt aus der CDU zieht Holz nicht in Betracht. "Das wäre das falsche Zeichen." Dass in der Walbecker Sitzung kaum jemand deutlich Stellung bezogen hatte, sei "schon heftig" gewesen", sagt Holz im Nachhinein. "Das ist aber ein typisches Bild der CDU: Keiner traut sich, etwas zu sagen."

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Allein Werner Kirking hatte seine Meinung deutlich kundgetan und war dabei heftig mit CDU-Stadtverbandschef Stefan Wolters aneinandergeraten. Kirking wirft der Partei vor, ihn aus seinem Amt als stellvertretender Bürgermeister gedrängt zu haben, weil er sich öffentlich für Holz stark gemacht hatte. Die Fraktion habe daraufhin so lange einen Gegenkandidaten gesucht, bis sie in Harald Hilgers einen gefunden hatte. Dieser wurde dann jedoch bei der Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters im Rat nicht von Grünen und FDP mitgetragen, so dass das Amt an Rolf Pennings (SPD) ging. Nach RP-Informationen hätten FDP und Grüne Kirking gestützt, wäre dieser wieder aufgestellt worden.

Stadtverbandschef Stefan Wolters hält das Verhalten von Bernd Holz für parteischädigend. Es habe "im Sachverhalt keine Ergänzungen" gegeben. "Und der Rückhalt, den man eingefordert hat, ist nicht gekommen. Das sagt alles aus." Für das "Verhalten einzelner" habe er "kein Verständnis mehr". Konsequenzen ziehe er jedoch nicht: "Darüber mögen sich andere Gedanken machen." Man müsse aber darüber reden, weshalb "einzelne Personen die Öffentlichkeit suchen".

Weder im Stadtverband noch in der Fraktion wird es einen Moderator geben, um die Wogen zu glätten. Im Stadtverband sei dies auch nicht nötig, sagt Wolters: "Das hat keiner eingefordert." Es gebe keine Uneinigkeit. Für die Fraktion berichtete Johannes Leurs am Montagabend zwar von "Disharmonien". Aber auch dort habe man sich darauf verständigt, dass es nicht erforderlich sei, einen Moderator einzuschalten.

(RP)