Sichtung im Gelderland: Wolf soll zwei Schafe gerissen haben

Sichtung im Gelderland: Wolf soll zwei Schafe gerissen haben

Im Gelderland sind zwei Schafe getötet worden. Jetzt wird mittels einer DNA-Probe geprüft, ob ein Wolf dafür verantwortlich ist. Er soll weiter im Kreis Kleve unterwegs sein, ein neues Video soll ihn auf einer Wiese in Rees zeigen.

Montagabend wollten sich die Schafzüchter aus den Kreisen Wesel und Kleve zum Stammtisch treffen. Ein Thema wird dabei im Mittelpunkt gestanden haben: der Wolf am Niederrhein.

Denn nachdem die Sichtung des Tieres in Haffen-Mehr bei Rees bestätigt wurde, gibt es weitere Hinweise, dass sich ein Wolf noch in der Region aufhalten könnte. Am 23. Februar sollen zwei Schafe in Kerken-Rahm gerissen worden sein. Diesen Vorfall bestätigt Wolfsberater Peter Sprenger aus Aldekerk. "Zwei Tiere sind in Kerken tot aufgefunden worden, ob allerdings ein Wolf dafür verantwortlich ist, ist noch völlig offen", sagt er. Sprenger hat Fotos der toten Tiere gemacht, nach Spuren gesucht und DNA-Proben genommen. Diese hat er zu den Experten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen geschickt. Hier wird das Material aktuell untersucht. An Spekulationen will sich Sprenger nicht beteiligen, die Beurteilung obliege allein den Experten des Lanuv. Noch würden keine Ergebnisse vorliegen.

Denkbar ist also auch, dass streunende Hunde für den Tod der Schafe verantwortlich sind.

Wie berichtet, war ein Wolf definitiv in Haffen-Mehr gesichtet worden. Danach gab es mehrere Meldungen über Sichtungen des Tieres. In den Niederlanden etwa war ein Wolf gesehen worden. Die Experten dort waren sicher, dass es sich um das Tier aus Rees handelt.

"Es gibt immer wieder mögliche Sichtungen von Wölfen in der Region. Belegt ist bislang aber nur der Fall in Rees", sagt der Wolfsberater.

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Glaubt man den Hinweisen, könnte es sein, dass das Tier öfter im Kreis Kleve unterwegs ist und dabei auch die Rheinseiten wechselt. Für das Tier sei es kein Problem, die Rheinbrücke zu nutzen, hieß es. Erst Ende des Jahres war ein Wolf über die Emmericher Rheinbrücke gekommen. Der Fall damals war belegt, weil das Tier einen Sender hatte. Es befindet sich inzwischen in Belgien.

Aktuell kursiert auch wieder ein 29 Sekunden langes Video, das einen Wolf zeigt, der seelenruhig auf den Betrachter zuläuft. Kurz vorher dreht er ab und verschwindet schließlich hinter Bäumen. Kurz ist auf dem Video noch ein Schuppen zu sehen. Viele Hinweise auf den Aufnahmeort gibt es allerdings nicht. Gerüchteweise heißt es, dass das Video in Rees aufgenommen wurde, und zwar vor etwa acht Tagen. Das würde bedeuten, dass der Wolf erneut die Rheinseite gewechselt hatte und weiter in der Region unterwegs ist.

Der Wolfsberater will das Video nicht zu hoch bewerten. Das beweise nichts. Auch sei nicht zu erkennen, wann und wo es aufgenommen wurde. Die Schafzüchter der Region sind angesichts der ständigen Meldungen weiter wachsam. "Wir sind natürlich gespannt, was passiert dun verfolgen die Meldungen aufmerksam", sagt Hans-Josef Geurtz Vorsitzender des Kreisvereins der Schafzüchter und -halter, der etwa 180 Schafe vor allem rund um Weeze hält. "Wir werden jetzt aber nicht hektisch. Für Panik besteht kein Anlass."

Wichtiger sei im Gegenteil, sachlich über das Thema aufzuklären. Daher wird es im April eine Infoveranstaltung geben, bei der die Schafzüchter und -halter aus der Region über verschiedene Themen rund um den Wolf aufgeklärt werden sollen.

Vom Lanuv hieß es gestern, dass das Ergebnis der Untersuchungen in etwa zwei Wochen vorliegen werde.

(zel)