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Wolf nach Issum auch in Alpen gesichtet

Wieder Sichtung bei Issum : Issums Wolf jetzt in Alpen?

Erst war das Raubtier in Issum gesehen worden, jetzt im Nachbarort. Experten wollen jetzt prüfen, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Pikant ist, dass ganz in der Nähe immer mal wieder ein Känguru gesichtet wird.

Vor einer Woche hatte ein Issumer eine Wolfsichtung gemeldet. Das Tier war am frühen Morgen vor ihm auf der Straße in der Nähe des Sees am Schankweiler gelaufen. Eine Woche später ist jetzt ein Video aufgetaucht. Diesmal geht es um einen Wolf aus Alpen. „Das zeigt mir, dass ich mir das doch nicht eingebildet habe“, sagt der Issumer. Das Video soll am Sonntag aufgenommen worden sein. Es zeigt den mutmaßlichen Wolf, der über eine Wiese läuft. „Irre“, kommentiert jemand das Schauspiel. Der Issumer hat sich das Video mehrmals angesehen. „Es könnte tatsächlich gut sein, dass der Film das gleiche Tier zeigt, das ich in Issum gesehen habe. Vom Farbbild her passt das“, sagt er.

Im Unterschied zur Wolfsichtung in Issum ist der Fall in Alpen jetzt auch offiziell bekannt. Beim Landesamt für Natur. Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) ist eine entsprechende Meldung eingegangen. Auch das Video wurde der Behörde zur Verfügung gestellt. „Wir werden dem Fall jetzt in Ruhe nachgehen“, erläutert Wilhelm Deitermann, Sprecher des Lanuv. Ein Wolfsberater werde sich jetzt vor Ort mit dem Mann treffen, der die Meldung eingereicht hat. Dann werde geschaut, ob die Örtlichkeiten zu dem Video passen. Wichtig ist auch, zu prüfen, ob es sich tatsächlich um ein neues Video handelt. Zudem werden Experten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) sowie Fachleute des Lupus-Institutes den Film prüfen. Sie können erkennen, ob es sich bei dem Tier dort tatsächlich um einen Wolf handelt.

 In Issum und Alpen hoppelt ein Känguru herum. Mancher befürchtet, es könne jetzt auf den Wolf treffen.
In Issum und Alpen hoppelt ein Känguru herum. Mancher befürchtet, es könne jetzt auf den Wolf treffen. Foto: Mike Simon
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Vor einiger Zeit war das Video eines Wolfs in Goch aufgetaucht. Ein Jäger hatte den Film in Pfalzdorf aufgenommen. Auch damals hatten den Experten das Material ausführlich gesichtet und anschließend bestätigt: Es ist ein Wolf. „Für Laien ist es nicht einfach, einen Hund von einem Wolf zu unterscheiden“, sagt Deitermann.

Ob es sich bei dem Tier in Alpen und Issum um das selbe wie in Goch handelt, ist derzeit reine Spekulation. Das Lanuv weist auch Gerüchte zurück, dass im Raum Rheinberg schon öfter Wölfe gesichtet worden seien. „Es gibt noch keine Hinweise, dass sich ein Wolf am linken Niederrhein niedergelassen hat.“ Für die Feststellung, dass sich ein Tier angesiedelt hat, seien innerhalb von sechs Monaten mehrere individualisierte Nachweise nötig. Das bedeutet im Klartext DNA-Material. Das gibt es zumeist, wenn Wölfe Schafe gerissen haben.

Interessant wird der neue Vorfall vor allem angesichts der Tatsache, dass im Raum Issum, Sonsbeck und Alpen immer wieder ein Känguru gesichtet wurde. Mitarbeiter des Ordnungsamtes Issum hatten mehrfach vergeblich versucht, das Tier mit Namen Mika einzufangen. Eine Zeitlang war es immer wieder am Strohweg gesichtet worden. Hier ist das Tier aber schon länger nicht mehr aufgetaucht.

Vermutet wird, dass es sich jetzt im Bereich Bönninghardt aufhält. Dort soll auch regelmäßig Futter für das Tier liegen. Beim Ordnungsamt Alpen habe sich bereits jemand gemeldet, der das Tier dort gesehen hatte.

„Ob der Wolf für das Känguru eine Gefahr darstellt, kann ich nicht beurteilen“, sagt Andrea Simon, die das Beuteltier mehrfach bei sich vor dem Haus gesehen hatte.

Es ist auf jeden Fall gut möglich, dass sich im Raum Issum und Alpen momentan zwei ungewöhnliche Tiere herumtreiben.