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Wachtendonk: Wohnraum für Flüchtlinge in Wachtendonk gesucht

Wachtendonk : Wohnraum für Flüchtlinge in Wachtendonk gesucht

Im März 2014 hat sich in Wachtendonk ein "Runder Tisch Asyl" gebildet, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die zugewiesenen Asylbewerber im alltäglichen Leben optimaler zu betreuen. Der Personenkreis mit Vertretern des Caritas-Centrums Straelen/Wachtendonk, des Ökumenischen Arbeitskreises für soziale Fragen, der Gruppe "Deutschunterricht" sowie der Verwaltung trifft sich in halbjährlichem Abstand und erörtert in erster Linie praktische Dinge.

Aktuell bereiten die stark gestiegenen Flüchtlingszahlen (43 Menschen ) größte Sorge, da die vorhandenen Unterbringungskapazitäten nahezu ausgeschöpft sind. Auch das neue Gebäude an der Lessingstraße werde das Problem nicht vollkommen aus der Welt schaffen können, so die Mitglieder. Der "Runde Tisch Asyl" erhofft sich nun Engagement auch aus der Wachtendonker Bürgerschaft. Würden Privat-Eigentümer Wohnraum zur Anmietung anbieten, könnte man das Unterkunftsproblem schmälern, sind die Mitglieder überzeugt.

Wie beim letzten Treffen "Asyl" festgestellt, vollzieht sich gesellschaftlich allmählich ein Umdenkungsprozess. Und zwar dahingehend, dass sich die Bürger zunehmend der Not heimatloser Menschen öffnen, was zuversichtlich stimme. So gelang es der Stadt Geldern inzwischen, etwa 20 Personen außerhalb der städtischen Einrichtungen unterzubringen. " Wenn dies auch in der Gemeinde Wachtendonk Schule machen würde, wären wir einen guten Schritt weiter", sagte Bürgermeister Udo Rosenkranz. Eigentümer leerstehender Häuser und Wohnungen, die sich angesprochen fühlen und - über die Gemeinde - für Asylbewerber Wohnraum anbieten wollen, sind dringend aufgerufen, sich mit Christian Schmitz von der Gemeindeverwaltung, Telefon 02836 915515, in Verbindung zu setzen (E-Mail: christian.schmitz@wachtendonk.de ).

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Neben dem vordringlichen Unterbringungsthema ging es bei der jüngsten Zusammenkunft des Runden Tisches auch um Integrationsangebote wie den etablierten Deutschkurs vor Ort und die Kontaktvermittlung zu Sportvereinen. Auch eine allgemeine Beratungstätigkeit wird als gut und wichtig angesehen, die die Gemeinde Wachtendonk mit eigenen Kräften intensivieren will. Ein Begrüßungsschreiben in den Sprachen Englisch, Französisch, Arabisch, Russisch und Farsi mit wichtigen Kontaktdaten und Alltagstipps ist derzeit in Arbeit.

Die Gesprächsrunde widmete sich auch der Kostenfrage. Das Land NRW unterstütze die Kommunen zwar mit Pauschalen bei der Asylantenaufnahme, diese Mittel würden aber keineswegs die erheblichen Aufwendungen der Gemeinde decken, so der Runde Tisch. "Was die Gemeinde aber nicht hindert, neben den gesetzlichen Erfordernissen auch freiwillige Leistungen zu erbringen. So unterstützt Wachtendonk die Aktivitäten des Ökumenischen Arbeitskreises mit einer Summe in Höhe von bis zu 5200 Euro jährlich", betont Kämmerer Uwe Marksteiner.

(RP)