Gelderland: Wirtschaftsfaktor Wohnmobil

Gelderland : Wirtschaftsfaktor Wohnmobil

Regen und Kälte sorgen bisher für eine bescheidene Auslastung der Wohnmobilstellplätze. Das ist auch schlecht fürs Geschäft: Denn Urlauber bringen viel Geld zu Händlern und in Freizeiteinrichtungen.

Die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen sind zu etwa einem Drittel vorbei. Das Wetter war bisher nicht dazu angetan, viele Urlauber auf die heimischen Wohnmobilstellplätze zu locken. Die Kurzzeiturlauber bringen jedoch so manchen Euro in die Kassen der Geschäfte und verschiedenen Freizeiteinrichtungen der Gegend. Das fehlt zurzeit noch. Das Wetter zum Beginn dieser Woche weckt jedoch Hoffnungen auf bessere Zeiten.

So sieht das auch Andreas Gey. Er zeichnet für die Stadt Straelen unter anderem verantwortlich für den nagelneuen Wohnmobilstellplatz am Hallenbad Wasserstraelen. Dort gibt es seit wenigen Monaten eine neue Anlage mit 27 Plätzen, die jeweils mit den notwendigen Versorgungseinrichtungen ausgestattet sind. "Bei schönem Wetter haben wir im Augenblick eine Auslastung von etwa 50 Prozent", berichtet der Fachmann. Doch dieses Wetter hat sich wohl noch nicht so richtig herumgesprochen. Gestern Morgen standen gerade mal drei Fahrzeuge auf dem neuen Platz an der Lingsforter Straße. Beliebt in der Blumenstadt ist auch immer noch der Platz hinter dem Rathaus. Doch dort gibt es keine Versorgungseinrichtungen. "Dort dürfen diese Fahrzeuge auch nur einen Tag lang bleiben — wie auf jedem anderen Parkplatz", erklärt Gey.

Welche wirtschaftliche Bedeutung Wohnmobile auf die heimische Geschäftswelt haben, verdeutlicht auch Waltraud Dammertz. Sie betreibt mit ihrem Mann Theo vier Stellplätze im Gelderland (Sevelen, Aldekerk, Rheurdt und Uedem). Außerdem gründete das Ehepaar aus Sevelen vor einigen Monaten eine Beratungsgesellschaft, die möglichen Betreibern und Kommunen bei der Anlage solcher Stellplätze behilflich ist (die RP berichte). "Wir haben in einer Studie dargelegt, dass jeder Wohnmobilgast pro Tag im Durchschnitt 49 Euro im Umfeld des Platzes ausgibt", erklärt Waltraud Dammertz. Das könne je nach Umfeld des Platzes auch schon mal mehr oder weniger sein. Das Geld fließe vor allem in die Kassen von Supermärkten, Fleischern oder Bäckern. "Bei schlechtem Wetter profitieren auch Textilgeschäfte von diesen Besuchern", meint die Sevelenerin. Ansonsten gehen die Gäste natürlich auch in die benachbarten Schwimmbäder oder andere Freizeiteinrichtungen.

"Die kalkulierte Wirtschaftszahl für Geldern beträgt rund 40 Euro pro Tag und Reisemobilist", bestätigt Herbert van Stephoudt, Sprecher der Stadt Geldern. Immerhin unterhält die Herzogstadt drei eigene Plätze (Holländer See, in Veert und am Freibad Walbeck). Hinzu kommen noch zahlreiche Privatleute, die Stellplätze für Wohnmobilbesitzer anbieten.

(RP)