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Wilhelm Hellmanns, Kreisbauernschaft Geldern , fragt Politiker.

Landwirtschaft und Bundestagswahl : Nachhaltigkeit gibt es nicht kostenlos

Wilhelm Hellmanns, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, möchte von den Bewerbern bei der Bundestagswahl wissen, was sie für die Branche tun wollen. Hier die Antworten des Kandidaten der Partei Die Basis.

Wilhelm Hellmanns ist Ferkelerzeuger, Ackerbauer und seit fünf Jahren Vorsitzender der Kreisbauernschaft Geldern. Wir haben den Bundestagsdirektkandidaten sechs Fragen von Hellmanns vorgelegt. Heute lesen Sie die Antworten von Andreas Reiß, Kandidat der Partei Die Basis im Kreis Kleve.

Möchten Sie eine starke deutsche Landwirtschaft, die auf dem Weltmarkt Relevanz hat, die unter tierrechtlichen und ökonomischen Bedingungen auch der konventionellen Landwirtschaft eine Zukunft einräumt?

 Andreas Reiß tritt für die Partei Die Basis an.
Andreas Reiß tritt für die Partei Die Basis an. Foto: Norbert Prümen

Wie stehen Sie zum generellen Umbau der Tierhaltung?

Wie verbindlich ist für Sie der Borchert-Plan?

Andreas Reiß Diese drei Fragen lassen sich in einem beantworten: Die Basis ist die einzige Partei, welche sich klar gegen die Pandemie Maßnahmen stellt und von Impfungen deutlich Abstand nimmt, weiter haben wir ein vollständiges Parteiprogramm, welches auch die Landwirtschaft beinhaltet. Eine Kalorie Fleisch benötigt zehn Kalorien aus Pflanzen. Heute ist das Verhältnis von Fleisch- zu Pflanzen-Konsum in der Gesellschaft stark verzerrt. Massentierhaltung auf Druck des Wettbewerbs braucht Antibiotika, welche mit negativen Effekten in den Nahrungskreislauf eingehen und Leute werden Veganer aus Kritik daran, wobei der Mensch von Natur aus weder Veganer noch Fleischfresser ist, sondern Allesesser. Verbraucherschützer können nicht teure Maßnahmen zum Tierwohl fordern, ohne das die daraus resultierenden Mehrkosten in der Produktion irgendwie gedeckt werden und die lokalen Erzeuger im internationalen Wettbewerb benachteiligt werden. Genauso wenig ist Nachhaltigkeit kostenlos zu haben oder der Trend zu maßvollem und qualitativ hochwertigem Fleischkonsum aus nachhaltiger Produktion. Nachhaltige Produktion darf nicht mit dem virtuellen Argument des Einzelhandels der „Marktanteile“ über Bord geworfen werden. Dieses muss international gelten und so weder Erzeuger im Ausland ausbeuten noch lokale Erzeuger benachteiligen.

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Würden Sie für Importe die gleichen Standards anlegen wie für Inlandserzeugnisse?

Reiß Nachhaltigkeit muss an erster Stelle stehen und das länderübergreifend und in beiden Richtungen. Nachhaltigkeit der existenziellen Lebensmittelproduktion darf nicht zugunsten der nicht existenziellen Güter verringert werden bei internationalen Handelsabkommen. Wird nicht nachhaltig produziert, was die Erzeuger selbst, die Ressourcen und die Produktqualität betrifft, entstehen vielfache gesellschaftliche Probleme zwecks kurzfristigem Gewinn und Transfers.

Wie stehen Sie zum ungleichen Kräfteverhältnis zwischen Landwirtschaft und Einzelhandel?

Reiß Lebensmittel dürfen nicht abgelehnt und dann zweckfremd verwertet werden, nur wenn sie kosmetische Stichproben nicht erfüllen. Bei existenziellen Gütern wie Nahrung sind Preise nicht frei von Nachhaltigkeit verhandelbar und sollen es auch nicht bei anderen Gütern sein.

Wie soll die Landwirtschaft der Zukunft aussehen?

Reiß Es gibt keine Kehrtwende bei voller Geschwindigkeit, aber neue Gesetze aufhalten und bestehende zu ändern in die andere Richtung ist möglich und dringend nötig im Sinne der Antworten oben und das mittels Volksentscheiden. Das ist das Ziel der Partei Die Basis und ich vertrete das zu 100 Prozent. Die basisdemokratische Partei Deutschlands will die Basisdemokratie einführen, ähnlich wie das in der Schweiz gelebt wird, mit dem Unterschied, das wir dabei konsensieren und nicht ausschließlich nur mehrheitlich abstimmen. Der Entscheidende Unterschied dabei ist, dass beim Konsensieren Minderheiten ein Vetorecht bei neuen Gesetzen haben. Solange die validen Gründe einer Minderheit gegen ein neues Gesetz nicht entkräftet werden, darf die Mehrheit nicht die Minderheit unterdrücken. Dies mag vielleicht mehr Zeit zur Verständigung brauchen, aber wir befinden uns hier nicht in einem 90-Minuten-Fußballspiel. Es dürfen nie wieder neue Gesetzte im dem Tempo und so fern der gesellschaftlichen Grenzen getroffen werden, wie wir es heute sehen. Es geht darum, das Richtige zu tun, und nicht das gerade wichtig Erscheinende unter Ausblendung aller negativen Konsequenzen.