Geldern: Wenn Schüler auf Experten treffen

Geldern: Wenn Schüler auf Experten treffen

Bei der zweiten Auflage von "Meet the Experts" haben Schüler der Höheren Berufsfachschule Technik Uni-Luft an der Fachhochschule Rhein-Waal geschnuppert - mit Vorlesungen auf Englisch, Mensa-Essen und Laborversuchen. Wie, heute alles auf Englisch? Verunsicherte Blicke folgten, als die Schüler der Höheren Berufsfachschule für Automatisierungstechnik und Informationstechnik des Berufskollegs Kleve die Vorlesung zum Thema "Measurement and Control Engineering" im Hörsaal der Hochschule Rhein-Waal besuchten.

Doch skeptisch war niemand mehr, als Professor Dr. Ing. Nissing seinen Expertenvortrag mit einer kleinen Herausforderung auflockerte: Alle 100 Personen im Hörsaal standen auf und versuchten, die Quizfragen zum Inhalt der Vorlesung zu beantworten. Wer falsch lag, schied aus und durfte Platz nehmen. Und tatsächlich: Philipp Schroer, ein Schüler des Berufskollegs, schaffte es in die Endrunde und erntete Applaus. An diesem Tag war für die Schüler vieles anders als gewohnt: kein Schulbank-Drücken, kein Pausenklingeln.

Dafür: Vorlesungen in englischer Sprache, Tüfteln in Laborversuchen und Mensa-Essen zwischen Studierenden. Denn zum zweiten Mal fand die Kooperationsveranstaltung "Meet the Experts" statt, die Schülern der Höheren Berufsfachschulen Technik / Naturwissenschaften einen Einblick in die technischen Studiengänge der Hochschule ermöglicht. Nach der Vorlesung, die auch von regulären Bachelor-Studierenden besucht wurde, ging es für die Schüler ins Seminar, wo sie unter Anleitung der Lehrer André Neyenhuys und Jochen Verrieth in "Basics of Control Engineering" geschult wurden.

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Spätestens beim Erläutern eines geschlossenen Systems mittels Balancieren eines Besens waren die sprachlichen Hürden überwunden und alle Schüler voll bei der Sache. Auf die Kenntnisse konnten sie im Praktikum - selbstständigen Laborversuchen unter Anleitung aller drei Referenten - zurückgreifen. Durch Temperaturkontrolle wurden nun Systeme charakterisiert, das dynamische Verhalten beschrieben und der Steady State - der stetige Zustand eines Systems - analysiert.

Theorie und Praxis so nah beieinander: Davon zeigten sich die Schüler begeistert. Daher gab es neben den praktischen Übungen genügend Raum, mit Prof. Ing. Nissing über Studien-Möglichkeiten und Fach-Inhalte ins Gespräch zu kommen. "Besonders gut fand ich, dass hier alles so international ist und es war interessant zu sehen, was man als Student alles leisten muss", fasst Aleksandar Mehremic den Tag zusammen. Zum Optimieren der eigenen Englisch-Fertigkeiten bleibt den Schülern noch ein halbes Jahr.

(RP)