Geldern: Wenn Drachen sich auf den Weg machen

Geldern: Wenn Drachen sich auf den Weg machen

Die Deutsche Verkehrswacht des Kreises Kleve war zu Besuch in der Gelderner Kindertageseinrichtung "Drachenhöhle". Mit der Unfallkasse NRW und der Sparkasse startete die kreisweite Aktion "Sicher zur Schule".

Es gibt Dinge, da muss man gar nicht lange herumdiskutieren. "Jedes im Straßenverkehr verletzte Kind ist eines zu viel." Punkt. Der Satz sitzt und steht so bei der Deutschen Verkehrswacht Kreis Kleve. Die will dem etwas entgegensetzen. Eine Broschüre erklärt Kindern spielerisch, worauf sie im Straßenverkehr achten müssen. Gestern wurde sie in der städtischen Tageseinrichtung "Drachenhöhle" in Geldern vorgestellt.

Die Vorschulkinder haben sich mit dem Thema Verkehrssicherheit beschäftigt und gaben ein Bewegungslied zum Besten. "Erst stehen, dann hören und sehen, links, rechts, links. Erst wenn alles frei ist, kann ich sicher rüber gehen", singen sie und ernten damit reichlich Applaus von den Leuten der Verkehrswacht.

Kerstin Leuchten, die Leiterin der "Drachenhöhle", erzählt, dass die Kinder schon im Alltag ihr Wissen anwenden. Denn auch wenn die Kindertageseinrichtung in einer 30er-Zone liegt, so halte sich nicht jeder daran, und gerade parkende Autos stellen für Kinder eine Herausforderung da. Auf den regelmäßigen Kita-Spaziergängen wird deswegen schon fleißig geübt, wie man auch an kniffeligen Stellen sicher die Straße überqueren kann.

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Oft sind es die Eltern selbst, die für gefährliche Situationen sorgen. Norbert van de Sand von der Deutschen Verkehrswacht im Kreis Kleve kann davon ein Lied singen. 15 Jahre war er Schulleiter an der Grundschule in Kalkar. "Wir hatten das Problem, dass Eltern ihre Kinder bis vor die Türe fuhren." Gemeinsam mit der Landesverkehrswacht gibt es die Aktion, dass Hol- und Bringzonen eingerichtet werden. Die befinden sich 300 bis 500 Meter von der Schule entfernt und entzerren das Ganze. Aktuell läuft so ein Projekt in Kranenburg, in Goch hat es sich bewährt. Kinder nicht direkt vor der Schultür absetzen, dafür gibt es noch ein anderes Argument. "Bewegung tut den Kindern gut. Wenn sie morgens schon einen Kilometer gelaufen sind, kommen sie entspannter an, als wenn sie morgens schnell ins Auto rein und wieder raus müssen", sagt van de Sand.

Damit es mit dem Schulweg klappt, hilft nur eines: üben. Und dafür brauchen die Kinder die Hilfe von Erwachsenen, vorzugsweise von den Eltern. Deswegen hat die Deutsche Verkehrswacht Kreis Kleve mit Unterstützung der Unfallkasse NRW und den Sparkassen im Kreis Kleve nicht nur für die Vorschulkinder, sondern auch für deren Eltern ein Heft herausgegeben. Dort werden Tipps, wie helle Kleidung in der dunklen Jahreszeit tragen, mit Fakten untermauert. "Kinder mit reflektierender Kleidung sind im Dunkeln schon auf eine Entfernung von 130 bis 160 Metern zu sehen. Ein dunkel gekleidetes Kind wird erst auf eine Distanz von 25 bis 30 Metern wahrgenommen", heißt es dort. Die Hefte, die über richtige Verhaltensweise informieren, werden an alle Vorschulkinder im Kreis Kleve verteilt. Damit es weniger Unfälle gibt.

(RP)