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Geldern: Weniger Filialen - aber mehr Berater

Geldern : Weniger Filialen - aber mehr Berater

Die Sparkasse nimmt eine Umstrukturierung vor. Das Motto: "Mehr Kompetenz in der Fläche". Reaktion auf verändertes Kundenverhalten im Digital-Zeitalter. Mehr Verantwortung für Jakob Janßen in Geldern.

Unter dem Motto "Mehr Kompetenz in der Fläche" nimmt die Sparkasse Krefeld ab Oktober eine Umstrukturierung vor. Mit ihr soll die Beratung der Kunden noch intensiver werden. Zugleich schließt das Geldinstitut im vierten Quartal einige Zweigstellen, darunter die in Wankum und Schaephuysen. Vorstandsvorsitzende Dr. Birgit Roos begründete diese Maßnahmen beim Pressegespräch in Geldern mit dem veränderten Kundenverhalten in Zeiten der Digitalisierung.

 Jakob Janßen (li.) und sein Nachfolger Patrick Tekock.
Jakob Janßen (li.) und sein Nachfolger Patrick Tekock. Foto: Sparkasse

"Der Kunde wählt den Kanal", sagte Birgit Roos. Einfache Bankgeschäfte würden zunehmen im Internet getätigt. Für komplexe Beratung hingegen erwarte sie ein stationäres Angebot vor Ort. Diesen Spagat wolle die Sparkasse mit der Änderung der Organisation wirtschaftlich vertretbar schaffen. "Wir wollen die Nähe zum Kunden neu definieren", erklärte die Vorstandsvorsitzende.

Der Kunde wolle einen festen Ansprechpartner, betonte Siegfried Thomaßen, im Vorstand zuständig für das Privatkundengeschäft. Das gelte sowohl für Geld- und Wertpapieranlagen und Kredite, als auch für Immobiliengeschäfte. Thomaßen: "Bisher hatten 32 000 unserer Kunden feste Ansprechpartner, künftig sollen es 140 000 sein." Das will die Sparkasse vor allem durch eine neue Zuordnung, durch eine "kräftige Umorganisation" und durch einige Neueinstellungen erreichen. Schon im November hatte sie die Servicezeiten für die Beratung geändert, was gut angenommen worden sei. Gerade in den Abendstunden, so Thomaßen, könne in Ruhe über die Ziele und Wünsche der Kunden je nach Lebenssituation gesprochen werden.

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"Mit den Füßen abgestimmt" haben laut Thomaßen die Kunden, was die Nutzung von Zweigstellen angeht. "Wir sind überrascht, wie sehr sie lieber große Filialen in Anspruch nehmen", fasst Birgit Roos die Überprüfung des Filialnetzes zusammen. Einige Zweigstellen sind aus Sicht der Sparkasse mangels Besuchern nicht länger aufrechtzuerhalten. So werden die Filialen in Wankum und Schaephuysen im vierten Quartal geschlossen. Deren Mitarbeiter gehen nach Wachtendonk beziehungsweise Rheurdt, "dort, wo die Leute sowieso einkaufen", so Thomaßen, und wo die Sparkassenableger entsprechend leistungsfähiger werden sollen. Auch Selbstbedienungsautomaten wird es in Wankum und Schaephuysen nicht geben, da Transaktionen an Automaten zugunsten von Kartenzahlungen zurückgegangen seien.

Die Neuausrichtung der Sparkasse schlägt sich auch in der Einrichtung von fünf neuen Regionalmärkten nieder. Sie orientieren sich an den kommunalpolitischen Grenzen der Stadt Krefeld, des Kreises Viersen und des Südteils des Südkreises Kleve. Die Privatkundenbetreuung wird in einem Dezernat gebündelt und im Gesamtvorstand Thomaßen zugeordnet. Leiter des Regionalmarktes Geldern, zuständig für den gesamten Südkreis Kleve, wird Jakob Janßen, seit 2007 Repräsentant der Sparkasse in Geldern, dem damit erweiterte Verantwortung zukommt. Sein designierter Nachfolger Patrick Tekock wird mittelfristig das Finanzcenter Geldern leiten und weitere Zusatzaufgaben übernehmen.

(RP)