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WDR-Funkhausorchester begeistert Senioren in Sevelen

WDR überrascht St.-Antonius-Haus in Sevelen mit Konzert : Mit Musik gegen den Corona-Blues

Bei einem Gewinnspiel hat Thorsten Schulte-Kellinghaus für die Bewohner des St.-Antonius-Hauses in Sevelen einen Besuch des WDR-Funkhausorchesters gewonnen. Ein Trio sorgte unter freiem Himmel für eine gute Zeit.

Die Kulisse war mehr als ungewöhnlich für die Musiker, die zu dritt aus einem Bus stiegen. Auf den Balkonen hatten Damen mit Sonnenhüten Platz genommen und schauten gespannt über das Geländer. Rund um einen Pavillon standen Plastikstühle, viele hatten auch auf ihrem Rollator Platz genommen oder waren im Rollstuhl zu einem schattigen Baum-Platz geschoben worden. Drei Musiker des WDR-Funkhausorchesters machten Station beim Sevelener Seniorenheim St. Antonius.

Den Stein ins Rollen gebracht hat Thorsten Schulte-Kellinghaus, der stellvertretende Pflegedienstleiter. Über Facebook habe er die Seite des WDR besucht und ganz enfach einen Teilnahme-Button für ein Nebenan-Konzert genutzt. Er schrieb den Radiomachern, dass er das Ensemble des Funkhausorchesters nicht für sich einladen würde, sondern für die Bewohner des St.-Antonius-Hauses. Danach war Geduld gefragt, lange hörte er nichts. Schließlich wurden ein paar Detailfragen geklärt. Und am Freitagabend war es endlich soweit, und die Musiker da: Rebekka Löw an der Oboe, Felix Eberle am Fagott und Brigitte Schreiner an der Querflöte.

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Für Schulte-Kellinghaus war der Besuch „ein schöner Start in den Sommer“, langsam komme man aus der allgemeinen Corona-Krise heraus, die Leute haben wieder Hoffnung und große Lust auf Abwechslung. „Wir haben die Möglichkeit, uns schöne neue Erinnerungen zu schaffen, das machen wir einfach zusammen“, lautete die Einladung der Musiker an die Zuhörer.

Der Einstieg verlief beschwingt mit „Azzurro“ von Adriano Celentano, passend zum strahlend blauen Himmel. So zog ein bisschen italienisches Flair in den Hof am Sevelener Seniorenheim ein. Rhythmisch ging es weiter mit Melodien, die einen großen Wiedererkennungswert haben, etwa die Eingangsmelodie vom Silvester-Klassiker „Dinner for one“ und der Titelsong von „Miss Marple“. „Den spielen wir am liebsten als ganzes Orchester“, sagte Felix Eberle, der Mann mit dem Fagott. Aber seine Kollegin Brigitte Schreiner verstand es meisterhaft, das fehlende Cembalo durch Improvisation an der Querflöte zu ersetzen.

Unter die Zuhörer hatte sich auch Orchestermanagerin Corinna Rottschy gemischt. Sie lobte ihre Musiker und es war auch ein Moment des Aufatmens. „Es ist die erste Begegnung mit Menschen seit letztem Jahr September. Das ist krass“, sagt sie über die Initiative Nebenan-Konzerte, die Musiker des Funkhausorchesters es endlich wieder ermöglicht, das zu machen, wofür sie brennen: Musik machen für und vor allem auch vor Menschen. Über 400 Einsendungen habe es für die Nebenan-Konzerte gegeben, erklärt Corinna Rottschy. An die 40 wurden vom 2. bis 13. Juni in ganz NRW mit kleinen Ensembles aus Mitgliedern des Funkhausorchesters gespielt. Weil die Anzahl begrenzt war, habe man natürlich die schönsten Geschichten hinter den Bewerbungen herausgesucht, sagt die Orchestermanagerin.

Dabei waren zum Beispiel eine Diamantene Hochzeit und eine Abi-Feier. Ein Camping-Platz bewarb sich erfolgreich für ein Open-Air-Konzert. Und auch die Bewerbung von Schulte-Kellinghaus für das St.-Antonius-Haus erhielt den Zuschlag. Einrichtungsleiter Dennis Küper lobt seinen Mitarbeiter: „Er hat da echt großartige Arbeit geleistet für uns.“ Es stimmte alles, das laue Sommerwetter, die engagierten Musiker, die zu jedem Song eine Erklärung parat hatten und die Zuhörer, die mit lauten Zugaberufen den Künstlern das größte Lob aussprachen.