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Was der Werbering in Geldern für den Rest des Jahres erhofft

Geschäftsleute in Corona-Zeiten : Gelderns Werbering hofft aufs Fest

Die Geschäftsleute in der Herzogstadt setzen auf das Einkaufen vor Ort und das Weihnachtsgeschäft. Ein erneuter Lockdown wäre für manche Läden der Gnadenstoß. Die Stadt hilft im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Über einen erneuten Lockdown möchte Karla Leurs gar nicht erst nachdenken. „Das wäre für viele Geschäfte der Gnadenstoß“, sagt eines der drei Vorstandsmitglieder des Werberings Geldern angesichts gerade in der Herzogstadt rasant nach oben schnellender Corona-Fälle. Sollte es wie im Frühjahr zu einer weitgehenden Schließung der Geschäfte kommen, dann „kann sich die Gelderner Innenstadt hinter einem riesigen Mundschutz verbergen. Das war’s dann“.

Dabei stehen die Einzelhändler kurz vor dem Weihnachtsgeschäft, das nach wie vor den Großteil des gesamten Jahresumsatzes bringt. „Soll es als Geschenk eingepackt werden?“ Diese Frage, die Karla Leurs an diesem Morgen an eine Kundin richtet, möchten viele Ladenbetreiber an Hartstraße, Issumer Straße und den anderen Einkaufszonen in den nächsten Wochen möglichst oft stellen. „Wir müssen die Leute sensibilisieren, mit ihren Einkäufen den lokalen Einzelhandel zu unterstützen und nicht im Internet zu ordern“, meint Barbara Valkysers, ein weiteres Vorstandsmitglied des Gelderner Werberings. Das Einkaufen am Wohnort helfe nicht zuletzt dabei, die Vorweihnachtszeit stressfreier zu gestalten. „Nicht alles auf den letzten Drücker. Artikel anzahlen und zurücklegen lassen“, lautet ein Tipp von Karla Leurs.

Angst und Panik schüren ist aus ihrer Sicht das falsche Rezept in der Corona-Pandemie. „Da kommen wir durch“, ist die Geschäftsfrau überzeugt. Nicht bange machen, aber vorsichtig sein, meint sie. „Wir Händler haben alle Vorsorge getroffen, und auch die meisten Kunden halten sich an die Sicherheitsvorschriften.“ Und nicht zuletzt die Gastronomen täten alles dafür, um Gästen einen sorgenfreien Aufenthalt zu ermöglichen.

Mit einigen Aktionen abseits der Internet-Präsenz lenken die Geschäftsleute die Aufmerksamkeit auf sich. Seit Jahren läuft die Initia-
tive „Heimatshoppen“. Generell positiv sehen die Einzelhändler die im Frühsommer gestartete und von der Stadt unterstützte Plakataktion „Wir kaufen in Geldern“ des Werberings, Der Effekt auf die Umsätze sei hier zwar nicht zu ermessen, so Karla Leurs. „Aber wir sagen damit: Hallo, hier sind wir.“

Bei der Werbering-Weihnachtsverlosung soll der Hauptpreis diesmal keine Reise sein. Es gibt Gutscheine für die Werbering-Geschäfte. Karla Leurs: „Wir müssen mit der Aktion auch gucken, dass es uns als Geschäften allgemein besser geht. Auch und besonders der Gastronomie.“ Geplant sind am 13. November ein „Candlelight Shopping“ und am 6. Dezember ein verkaufsoffener Sonntag.

Für diese beiden Termine ist man laut Stadt in den letzten Abstimmungen, ob die Veranstaltungen durchgeführt werden können. „Keine Frage, die aktuell so stark steigenden Zahlen sind für die Unternehmen, besonders für die Gastronomie, ein schwerer Schlag. Vor allem, wenn man sieht, welche Einschränkungen gerade im Raum stehen“, bekräftigt Stadtpressesprecher Herbert van Stephoudt. Er verweist darauf, dass die Stadt helfe, wo sie kann. So sind bis zum Jahresende Sondernutzungsgebühren für die Außengastronomie ausgesetzt. Gestundet hat die Stadt Geldern auch die Gewerbesteuervorauszahlungen. „Um ein bisschen Luft zu verschaffen, gerade wegen der aktuell schwer planbaren Umsätze, wollen wir keine Liquidität aus den Unternehmen ziehen“, so van Stephoudt, der auch auf ein Förderprogramm zur Stärkung der Innenstadt hinweist.

Gelderns Wirtschaftsförderung unterstützt alle in Geldern ansässigen Betriebe, besonders seit Beginn der Corona-Pandemie. Ein Beispiel ist die Internetplattform www.geldern-lokal.de, auf der der neue digitale Gelderner Stadtgutschein ebenso erworben werden kann wie bei den Verkaufsstellen des Werberings.