Straelen: Wann füllt sich der Gemüseplatz?

Straelen: Wann füllt sich der Gemüseplatz?

GO/Grüne drängen darauf, dass der Sieger-entwurf des Büros Lange zügig umgesetzt wird. Aufstellungsbeschluss des Bebauungs-plans voraussichtlich noch vor der Sommer-pause. Baubeginn spätestens Anfang 2019.

Mitte Februar fiel die Entscheidung, wie der "Gemüseplatz", das Gelände der ehemaligen Straelener Gemüseversteigerung, bebaut werden soll. Die Bewertungskommission und der zuständige Ausschuss votierten für den Entwurf des Büros Lange aus Moers. Er sieht für das rund 6,3 Hektar große Areal zwischen Hans-Tenhaeff-Straße, Großmarktstraße und An der Bleiche in lockerer Bebauung 152 bis 168 Wohneinheiten vor. An der charakteristischen Mittelachse sollen ebenso wie an der Tenhaeff-Straße zwei- bis dreigeschossige Häuser Platz finden. Niedrigere Bebauung, zum Beispiel Einfamilienhäuser, kommt an zwei Karrees. Ein Platz an der Großmarktstraße, Spielpunkte im Grünzug sowie als Lärmschutz eine durchsichtige Schwerlastwand mit Sträuchern und Hecken sind weitere Punkte.

Blick über das Gelände der ehemaligen Gemüseversteigerung. Foto: Seybert

GO/Grüne in Straelen sind aber alles andere als zufrieden mit dem Stand der Dinge. "Es ist lange her, dass die Gemüseversteigerung aktiv war. Erst lag das Gelände lange ungenutzt. Dann kam der Totalabriss, bei dem die Genossenschaft nichts von ihrer bewegten 100-jährigen Geschichte bewahren wollte, und nun blicken wir seit Jahren auf eine leere Kieslandschaft", bemängeln sie. So ein Filetstück der Stadtentwicklung dürfe nicht länger brach liegen, genug Ideen gebe es schon lange, jetzt müsse die Entwicklungsgesellschaft endlich aktiv werden.

Eine große Herausforderung für eine attraktive Entwicklung dieses Geländes ist aus ihrer Sicht das Gewerbegebiet an der Bleiche. GO/Grüne haben nach eigener Aussage in den vergangenen Jahren mit den Firmen dort intensive Gespräche geführt und nach Lösungsansätzen gesucht. "Mitte November des vergangenen Jahres haben wir dann die ansässigen Firmen eingeladen, sich gemeinsam mit den Fraktionen und der Entwicklungsgesellschaft an einen Tisch zu setzen. Denn bei einem so großen Projekt müssen alle Beteiligten mit ins Boot geholt werden", so Stefan Kemmerling, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Vor allem die emissionsintensiven Unternehmen haben großen Einfluss auf die Planung der künftigen Bebauung. Es sei auch GO/Grünen zu verdanken, dass die Firma Raeth, einer der größeren Lärmemittenten dort, sich nun an einem neuen Standort im Außenbereich niederlassen kann. "Eine echte Win-Win-Situation für alle Beteiligten." Genauso wie die insbesondere von GO/Grüne vorangetriebene Mehrfachbeauftragung des Geländes. "Aus den sehr unterschiedlichen Entwürfen wurde in der Expertenrunde der ausgewählt, der sowohl am besten zu Straelen passt als auch viele Ideen aus den Workshops zur Stadtentwicklung aufgreift. Alle sind nun gespannt auf die Umsetzung. Nachdem wir uns im Vorfeld schon so intensiv engagiert haben, werden wir auch weiterhin alles daran setzen, dass die Entwürfe zügig umgesetzt werden", so Hans-Hermann Terkatz, Fraktionsvorsitzender von GO/Grüne.

Das Projekt befindet sich laut Dezernent Harald Purath im Bauleitverfahren. In der Sitzung des Bauausschusses am 26. Juni sei mit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans zu rechnen. Das Verfahren starte dann nach dem Ratsbeschluss am 12. Juli. Die Zustimmung aller Beteiligten vorausgesetzt, könne spätestens Anfang 2019 mit der Bautätigkeit begonnen werden.

Bezüglich der Vermarktung der Grundstücke durch die von Volksbank und Stadt gebildete Entwicklungsgesellschaft äußerte Purath sich optimistisch. "Das Interesse an Mehrfamilienhäusern ist da." Auch der von der Politik geforderte Mietwohnungsbau finde auf dem Areal statt.

(RP)