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Waldbrand bei Straelen „unter Kontrolle“ - Löscharbeiten bis in den Abend

Löscharbeiten bis in den Abend : Waldbrand bei Straelen „unter Kontrolle“

Im Kreis Kleve hat die Feuerwehr einen großen Waldbrand bei Straelen unter Kontrolle gebracht. Der Einsatz hatte sich gefährlich gestaltet, weil wenige hundert Meter vom Brandherd entfernt eine Öl-Pipeline verläuft. Auch ein Löschhubschrauber war im Einsatz.

Das Feuer war am Samstagmorgen gegen 2.50 Uhr in Straelen am Niederrhein ausgebrochen, sagte Stephan Derks, Sprecher der Feuerwehr im Kreis Kleve, auf Anfrage unserer Redaktion. Der Löscheinsatz gestaltete sich kompliziert, weil knapp 450 Meter vom Brandherd entfernt ein Teilstück der Öl-Pipeline zwischen Rotterdam und Köln verläuft. Deren Rohre verliefen zwar knapp 2,5 Meter unter der Erde, trotzdem sei Vorsicht geboten, sagte Derks.

Weil wegen der nahen Öl-Pipeline die Gefahr einer Explosion bestand, war stundenlang auch ein Löschhubschrauber aus den Niederlanden im Einsatz, der Wasser aus der Blauen Lagune in Wachtendonk als Löschmittel genutzt hat. Er kann bis zu 8000 Liter auf einmal transportieren. Ein Video, das im Internet kursiert, zeigt den Hubschrauber, wie er Wasser aufnimmt:

Die Kräfte hatten ihren Einsatz zwischenzeitlich unterbrechen müssen, weil sich in dem Waldstück auch ein altes Munitionslager befindet. Zunächst hatte die Feuerwehr dort noch alte Phosphorgranaten vermutet. Der Kampfmittelräumdienst musste anrücken, gab aber Entwarnung.

Laut Feuerwehr hatte der Brand eine Fläche von 300 mal 200 Metern. 120 Einsatzkräfte waren seit dem frühen Morgen im Einsatz. Abgelöst wurden sie am frühen Abend von Kräften aus Mülheim an der Ruhr, Essen und Oberhausen.

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Mit einer Raupe und einem Harvester vom Landesforstbetrieb hatte die Feuerwehr am Nachmittag Schneisen in den Wald geschlagen, um mit den Löschfahrzeugen in den Wald gelangen zu können. Die Tankfahrzeuge hätten 150.000 Liter Wasser zur Verfügung. „Das sollte reichen“, sagte Derks. Um 21 Uhr konnte er dann vermelden: „Das Feuer ist unter Kontrolle.“

Derks rechnete damit, dass die Nachlöscharbeiten noch bis 22 Uhr andauern würden. Danach sollte eine Mannschaft von etwa 30 Feuerwehrleuten mit fünf oder sechs Tanklöschfahrzeugen das Waldgebiet umstellen, um auch die Nacht über weiter zu kontrollieren, dass kein neues Feuer ausbricht.

Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt, auch an den Einsatzfahrzeugen ging nichts kaputt. Aber: „Der Wald hat richtig Schaden genommen“, sagte Derks. Das Feuer habe richtig gewütet.

„Ein Anruf“ genügte für den Löschhubschrauber

Derks lobte die grenzübergreifende Zusammenarbeit der Behörden. „Das lief ganz hervorragend“, sagte er. Die Bürgermeister von Venlo (Niederlande) und Straelen seien beide zu dem Wald gekommen, in dem das Feuer ausgebrochen war. Dann habe offenbar „ein Anruf genügt“, um den Löschhubschrauber anzufordern, berichtete Derks.

Der Brandherd liegt in der Nähe der Autobahn 40, die bei Straelen in Richtung Venlo führt. Die Autobahnpolizei Düsseldorf bestätigte unserer Redaktion, es seien mehrfach Autofahrer auf der A40 stehen geblieben, um Fotos von der Rauchsäule und dem Hubschrauber zu machen. „Persönlich haben wir aber niemanden angetroffen“, sagte eine Sprecherin. Die Autofahrer seien offenbar schnell genug wieder weitergefahren. Polizei und Feuerwehr werden bei Einsätzen immer wieder von Schaulustigen behindert, teils gefährden diese auch andere.

Wegen der hohen Waldbrandgefahr durch die anhaltende Trockenheit dürfen Spaziergänger derzeit die Wege in den Wäldern von NRW nicht verlassen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels standen widersprüchliche Angaben zur Größe des betroffenen Waldgebiets. Wir haben das korrigiert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Feuerwehr im Großeinsatz wegen Waldbrand bei Straelen

(heif/hebu)