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Walbeck: 100 Jahre St. Martin, so wird in Corona-Zeiten die Feier

Brauchtum in Geldern : 100 Jahre St. Martin Walbeck in Zeiten von Corona

Geplant war eine große Feier in der Friedenseiche und ein Martinszug mit fliegendem Wechsel vom Legionär- zum Bischofsdarsteller. Wegen Corona ist das verschoben. Martinstüten gibt es auch in diesem Jahr.

Die schlechte Nachricht zuerst: Der Martinszug in Walbeck muss in diesem Jahr ausfallen. „Nach reiflicher Überlegung“, sagt Oliver Brauwers vom St.-Martins-Komitee Walbeck. Die gute Nachricht: Martinstüten gibt es in diesem Jahr aber trotzdem. Die bekommen alle Walbecker Kinder bis einschließlich 12 Jahre und Senioren ab 75 Jahren. Bei den Senioren stecken Plätzchen, Kaffee und Stuten in der Martinstüte, bei den Kindern Obst, Süßigkeiten und natürlich auch ein Martinsstuten. Neu und Corona geschuldet ist, dass die Tüten der Kinder nicht an der Grundschule abgeholt werden können. Stattdessen machen sich die Mitglieder des St.-Martin-Komitees auf und verteilen die Tüten an die Haushalte persönlich. „Das ist zwar jede Menge Arbeit, aber wir haben abgewägt, was in der Corona-Zeit möglich und sinnvoll ist“, sagt Brauwers. Die Zustellung soll von 14.30 bis 18 Uhr am Freitag, 6. November, erfolgen. „Sofern ein Haushalt eine St.-Martinstüte erhalten wird, seien Sie bitte in diesem Zeitraum zu Hause“, lautet der Appell.

Auch in diesem Jahr wird es eine Haussammlung geben. Los geht es ab dem 5. Oktober. Die Walbecker dürfen sich auf eine Überraschung freuen. Jeder Haushalt bekommt kostenlos die Festschrift „100 Jahre St. Martin Walbeck“. Eigentlich hätte in diesem Jahr das große Jubiläum gefeiert werden sollen. „Wir hatten einen Festabend geplant mit allen ehemaligen Mitgliedern des St.-Martins-Komitees und Darstellern“, sagt Marc Roosen, der 2010 als St. Martin im Ort unterwegs war. Neben der großen Feier in der Friedenseiche war eine weitere Besonderheit geplant: ein Martinszug mit fliegendem Wechsel vom Legionär zum Bischof und dem Nachspiel der Mantelteilung. Normalerweise reitet in Walbeck der St. Martin als Bischof durch den Ort. In diesem Jahr sollte es anders sein. „Wir haben extra einen Römerhelm gekauft, Sandalen und Tunika“, sagt Brauwers. Der Mantel sollte noch genäht werden. Das Projekt wird erst einmal vertagt, auf das nächste Jahr. Dann sollen die großen Feierlichkeiten nachgeholt werden, auch wenn offiziell Walbeck dann schon auf das 101. Mal St. Martin blickt.

Was es in diesem Jahr auch wieder geben wird, ist der Fackelzuschuss und den Laternenwettbewerb in der Grundschule. Das St.-Martins-Komitee Walbeck bittet auch alle Einwohner ein Zeichen zu setzen und die bunten Laternen in den Fenstern oder vor der Haustür zu präsentieren. Offiziell wäre der Martinszug in diesem Jahr am Freitag, 6. November, ab 17.30 Uhr gezogen.