1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern

Wachtendonk - Verurteilter Drogenkoch steht erneut vor Gericht

Es geht erneut um die Wachtendonker Drogenküche : Verurteilter Drogenkoch steht erneut vor Gericht

„Speed“ in Wachtendonk: Zu zehn Jahren Freiheitsstrafe war der Niederländer im vergangenen Jahr verurteilt worden. Jetzt muss er schon wieder auf der Anklagebank des Klever Landgerichtes Platz nehmen.

KLEVE/WACHTENDONK Der niederländische Angeklagte versteht nicht, warum er schon wieder auf der Anklagebank des Klever Landgerichtes Platz nehmen muss. Im April 2019 war er in demselben Saal zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden, wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln.

Der heute 41-jährige Niederländer hatte damals seine Beteiligung an einer Amphetaminküche in Wachtendonk eingeräumt: Er habe zwielichtigen Leuten Geld geschuldet, und sei von diesen dazu gebracht worden, die Amphetaminküche einzurichten und zu betreiben. Amphetaminöl stellte er in angemieteten Räumlichkeiten eines Wachtendonker Vierkanthof her, zusammen mit mehreren Komplizen, die 2019 ebenfalls verurteilt wurden. Mit dem Öl, so die Staatsanwaltschaft damals, ließen sich wohl mehrere Tonnen der fertigen, pulverförmigen Droge Amphetamin (auch „Speed“ genannt) herstellen.

Der Niederländer sitzt zurzeit in der JVA in Pontein, das Urteil gegen ihn aus 2019 ist rechtskräftig. Und doch steht er nun wieder vor Gericht – wegen derselben Drogenküche. Der Grund: Im vergangenen Prozess ging es nur um den Tatzeitraum von Januar bis Ende April 2018. Die Einrichtung und auch der Betrieb der Drogenküche sollen laut aktueller Anklage aber bereits 2017 begonnen haben.

  • Die Bildkombo zeigt Benny Gantz, Vorsitzender
    Trotz Anklage Netanjahus : Israels Höchstes Gericht ebnet mit Urteil Weg für Regierungsbildung
  • Boxer Felix Sturm bei der Urteilsverkündung.
    Drei Jahre Haft : Felix Sturm legt Revision gegen Urteil ein
  • Anwalt Markus Wittke vertritt den Angeklagten.
    Prozess in Düsseldorf : Angeklagter fühlt sich mit einem bösen „Fluch belegt“

Der 41-jährige Niederländer äußerte sich am Donnerstag nicht zu den aktuellen Anklagevorwürfen. Verteidiger Thomas Pusch erklärte dazu: Sein Mandant habe sich bereits im vergangenen Verfahren umfänglich geäußert, und diese Ausführungen sehe der Angeklagte nach wie vor als abschließend an. Warum der Niederländer nun erneut im Klever Landgericht angeklagt ist, könne er nicht nachvollziehen, zumal im ersten Urteil alles drinstehe, so sein Verteidiger. Zusammen mit dem 41-jährigen muss sich seit Donnerstag ein 42-jähriger Niederländer vor Gericht verantworten. Dieser war damals noch nicht mitangeklagt, konnte aber zwischenzeitlich ermittelt und festgenommen werden. Er ließ sich zu den Anklagevorwürfen ein, erklärte, er sei ebenfalls von Hinterleuten zu den Handlungen getrieben worden. „Sie haben mir in drohendem Ton gesagt: Du machst das“, so der Angeklagte. Auch Bilder seiner Kinder hätten ihm die Hinterleute als Drohung geschickt. 2017 habe er die Wachtendonker Hofbesitzerin und deren ältesten Sohn (beide wurden 2019 verurteilt) kennengelernt und die Anmietung des Vierkanthofes vereinbart, wobei der illegale Zweck der Anmietung von Beginn an für alle klar gewesen sei. Zusammen mit dem 41-jährigen Angeklagten habe er dann die Drogenküche eingerichtet. Auch die Produktion sei bereits 2017 angelaufen, wobei er in erster Linie als Transportfahrer fungiert habe. Allerdings nur etwa bis Oktober 2017 – danach sei er wegen einer anderen Sache in Haft gewesen.

Übergabeort für das fertige Amphetaminöl sei 2017 stets ein Parkplatz nahe eines Campingplatzes im niederländischen Arcen gewesen, dort habe man dann die Autos getauscht. So habe er auch die Grundstoffe für die Produktion erhalten. Zu den Hinterleuten wollte der 42-Jährige sich nicht äußern – ebenso wie der 41-jährige bereits im ersten Verfahren dazu geschwiegen hatte und es weiter tut. Der Prozess wird am 14. Mai fortgesetzt.