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Vorwürfe gegen das St.-Clemens-Hospital in Geldern wegen Coronavirus.

St.-Clemens-Hospital in Geldern : Hospital: Patienten und Personal infiziert

Mehrere Patienten und Mitarbeiter des St.-Clemens-Hospitals in Geldern haben sich vor etwa drei Wochen mit dem Coronavirus angesteckt. Der Enkel eines betroffenen Patienten erhebt Vorwürfe gegen das Vorgehen der Klinik.

Wie viele Personen betroffen sind, gibt das Krankenhaus nicht bekannt. Klar ist aber: Auf der geriatrischen Station des St.-Clemens-Hospitals haben sich vor etwa drei Wochen mehrere Patienten und Krankenhausmitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. Das hat eine Sprecherin des Krankenhauses bestätigt. Der Enkel eines Patienten erhebt Vorwürfe gegen das Vorgehen der Klinik während des Ausbruchs: Dass Hygienevorschriften nicht eingehalten worden seien, habe die Situation für Patienten und Personal verschärft.

So soll den Pflegekräften bis vor dem Ausbruch verboten worden sein, Mundschutz zu tragen. Erlaubt sei dies nur auf Stationen gewesen, auf denen kritische Patienten behandelt werden. Zudem seien Patienten trotz positiver Covid-19-Tests nicht weiter im Krankenhaus behandelt, sondern in häusliche Quarantäne übergeben worden. Die Familie eines betroffenen Patienten, berichtet dessen Enkel, sei darauf nicht vorbereitet gewesen, Schutzmasken und Handschuhe fehlten im Haushalt. Das Krankenhaus bestätigt: Vor etwa drei Wochen habe man in der Geriatrie, also der Altersmedizin, mit einem Zweitabstrich festgestellt, dass ein Patient Covid-19-positiv ist. Dieser Patient hatte zuvor einen negativen Abstrich, galt also als virusfrei und zeigte keinerlei Symptome, so die Sprecherin des Hospitals. Danach seien alle Kontaktpersonen – sowohl Personal als auch Patienten – getestet worden. „Der überwiegende Teil mit negativem Befund. Die positiv getesteten Personen zeigten keine speziellen Symptome“, heißt es vom Krankenhaus.

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Generell würden Corona-Patienten immer dann im Krankenhaus behandelt, wenn eine stationäre Versorgung erforderlich sei. Ein großer Teil der Betroffenen zeige jedoch gar keine oder nur schwache Symptome. Diese Patienten müssten dann nicht im Krankenhaus bleiben, sondern könnten sich in häusliche Quarantäne begeben, um Platz für Patienten zu machen, die dringend medizinische Hilfe benötigen.

Im Fall des Corona-Ausbruchs in der Geriatrie habe man beschlossen, alle Patienten aus Pflegeeinrichtungen zunächst auf der Isolierstation aufzunehmen, bis eine Covid-19-Infektion sicher ausgeschlossen werden könne. Das gelte auch, wenn die Patienten keine Symptome zeigten und eigentlich wegen einer anderen Erkrankung stationär versorgt wurden. „Aufgrund dieser Erfahrung gehen wir heute davon aus, dass die Dunkelziffer von Covid-19-positiven Personen sehr hoch liegt und den überwiegenden Teil von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen betrifft“, heißt es vom St.-Clemens-Hospital. Ein ausdrückliches Mundschutz-Verbot aufgrund knapper Ressourcen bestätigt das Krankenhaus nicht. Jedoch habe es zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts keine Verpflichtung für das Personal gegeben, dauerhaft Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Das St.-Clemens-Hospital aber habe schon vor Ostern im medizinischen und pflegerischen Bereich die generelle Maskenpflicht auch außerhalb der Isolierbereiche eingeführt. Mittlerweile sei diese Pflicht noch erweitert worden und gelte nun auch für Verwaltungspersonal und für die Patienten, zum Beispiel bei Transporten durch das Haus, heißt es.

Die Versorgung der Patienten auf der geriatrischen Station laufe störungsfrei weiter, da die negativ und positiv getesteten Personen auf unterschiedlichen Stationen getrennt voneinander versorgt würden.