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Vor 50 Jahren kam die Volksbank an der Niers nach Geldern

Eröffnung vor 50 Jahren : Wie die Volksbank nach Geldern kam

Während es in vielen Orten Genossenschaftsbanken gab, war die damalige Kreisstadt lange ein weißer Fleck auf der Landkarte der Volksbanken. Erst vor 50 Jahren, am 3. Juni 1971, bezog die damalige Spar- und Darlehenskasse Issum das ehemalige Schuhhaus Vogt an der Ecke Nordwall/Issumer Tor.

Zum Startschuss für die Volksbank in Geldern gab es ein Feuerwerk: Am 3. Juni 1971 bezog die damalige Spar- und Darlehenskasse Issum das Gebäude des ehemaligen Schuhhauses Vogt an der Ecke Nordwall/Issumer Tor, wo sich heute das Spielwarengeschäft Laumann befindet. Bis dahin gab es in der damaligen Kreisstadt Geldern noch keine Volksbank. Das Feuerwerk für die neue Niederlassung lieferte die Pfingstkirmes am Vorabend. Es war allen Gästen der feierlichen Einweihung noch gut in Erinnerung, als der damalige Bürgermeister Paul Wolffram einige Worte sprach und Pastor Heinrich Polders ein Weihgebet verlas.

 Mit dabei war Heinz „Bubi“ Aengenheyster, der nach dem Abitur in Geldern und der Lehre bei der Spar- und Darlehnskasse, kurz Spadaka, in Issum mit 24 jüngster Bankchef im deutschen Raiffeisenverband war. Im Vorfeld hatte 1970 für die Genossenschaftsbanken die erste größere Fusionswelle begonnen. Issum schloss sich mit Sevelen und Kapellen zusammen, ein Jahr später kamen die Banken von Hartefeld und Veert dazu. Und „Bubi“ Aengenheyster setzte sich dafür ein, dass Geldern – bis dahin ohne Volksbank – zum neuen Zentralstandort wurde.

 So sah sie aus, die erste Filiale der heutigen Volksbank an der Niers in Geldern. Zum „Schwarzen Pferd“ war es nur ein kurzer Weg über die Straße für die Banker. Heute ist dort Spielwaren Laumann zu finden. 
  Foto: Archiv Voba
So sah sie aus, die erste Filiale der heutigen Volksbank an der Niers in Geldern. Zum „Schwarzen Pferd“ war es nur ein kurzer Weg über die Straße für die Banker. Heute ist dort Spielwaren Laumann zu finden. Foto: Archiv Voba Foto: Volksbank an der Niers/Volksbank
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Die neue Geschäftsstelle gewann schnell das Vertrauen der Bevölkerung, die Zahl der Mitglieder und Kunden wuchs. So verlagerte sich nach und nach der Mittelpunkt des Instituts nach Geldern, und 1974 wurde die Niederlassung für viele Jahre zum juristischen Sitz der damaligen Volksbank eG Geldern. Mit zunehmendem Geschäftsbetrieb wuchs auch der Platzbedarf. Es fehlten Besprechungszimmer, und der Kassenraum war für das hohe Kundenaufkommen nicht mehr ausreichend – so bildeten sich in Stoßzeiten Warteschlangen bis draußen, insbesondere am langen Donnerstag. Daher zog die zur Hauptstelle gewachsene Filiale 1980 in den geräumigen Neubau auf der Issumer Straße, der auf dem alten Gelände der ehemaligen Schuhfabrik Krause entstanden war. In dem Gebäudekomplex befanden sich lange Zeit auch interne Abteilungen der Bank wie die Kreditsachbearbeitung, die Buchhaltung und das Büro des Vorstands.

Während die Verwaltung und der juristische Sitz der heutigen Volksbank an der Niers nach Veert in das von Hermann Tecklenburg konzipierte neue Gewerbegebiet am Kapellhof verlegt wurden, ist die Gelderner Filiale heute noch auf der Issumer Straße zu finden. „Das Erscheinungsbild hat sich über die letzten Jahre durch Umbauten immer wieder verändert“, so Markus Bexte, seit 2007 Geschäftsstellenleiter in Geldern. „Auch künftig wollen wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen und in die weitere Modernisierung der Räumlichkeiten investieren.“

Bexte, der seit August 1995 in der Gelderner Filiale tätig ist, denkt an viele schöne Momente zurück. „Wir haben hier gemeinsam schon einiges erlebt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Umstellung auf den Euro. Zu diesem Zeitpunkt fanden Umbaumaßnahmen in der Filiale statt, sodass wir die sogenannten Starter-Kits im Dezember 2001 in Containern auf dem jetzigen Volksbankparkplatz ausgegeben haben. Wir konnten der Flut an umgetauschten D-Mark Münzen unter diesen Umständen nur schwer Herr werden und haben alle zur Verfügung stehenden Behälter genutzt, um die alten Münzen zu sammeln – sogar die Mülleimer.“ Ein besonderes Verhältnis hat die Volksbank zur Gelderner Pfingstkirmes – vielleicht gerade aufgrund des besonderen Eröffnungsdatums. „Traditionell beteiligt sich die Volksbank an der Kirmesbegehung am Pfingstdienstag und freut sich über die Nähe und den lockeren Kontakt zu Kunden, Mitgliedern und Geschäftsfreunden. Coranabedingt musste das in diesem Jahr leider ausfallen“, so Bexte. Auch auf eine größere Feierlichkeit zum Jubiläum der Geschäftsstelle wird vor dem Hintergrund der Pandemie verzichtet.