Weihnachten für thailändischen Austauschschüler: Von Bangkok nach Kerken

Weihnachten für thailändischen Austauschschüler : Von Bangkok nach Kerken

Für Datchaya ist in diesem Jahr alles neu: Plätzchen backen, der Adventskalender, ein Baum im Wohnzimmer. Der 16-Jährige stammt aus Bangkok in Thailand und lebt seit September als Austauschschüler bei Familie Rous in Kerken.

Weihnachten war ihm nicht völlig unbekannt, sagt Datchay, der oft auch Jom genannt wird. „In Bangkok gibt es Weihnachtsdekorationen in den Kaufhäusern“, sagt der Buddhist. Er wusste auch, dass zu diesem Fest Jesus geboren ist und darum die ganze Familie zusammenkommt. Wie die Advents- und Weihnachtszeit aber in einer deutschen Familie abläuft, das hat er nun zum ersten Mal erlebt.

„Es ist sehr gemütlich“, sagt er. Zusammen mit seiner Gastfamilie, Tanja und Jürgen Rous und ihren drei Kindern Annelie, Sebastian und Matthias, hat Datchaya Plätzchen gebacken, hat die Wohnung geschmückt, war auf Weihnachtsmärkten in Kempen, Moers und Düsseldorf, hat zum ersten Mal Lebkuchen und Krustenbraten im Brötchen probiert. Jeden Adventssonntag, wenn die Familie eine Kerze auf dem Kranz anzündet, haben sie gemeinsam gesungen. „Dazu mussten wir ihn ein wenig zwingen“, sagt Annelie. Gut gefallen haben ihm wiederum Weihnachtsfilme.

Auch für die Familie war das eine ganz besondere Adventszeit. „Wir haben uns selbst viel mehr mit Weihnachten befasst“, sagt Tanja Rous. Sie war mit Datchaya bei einem Adventskonzert in der Kirche. „Obwohl ich sonst nie in die Kirche gehe.“ Auch an Heiligabend will die Familie zusammen zur Messe gehen. Anschließend gibt es Fondue und eine Feuerzangenbowle – auch eine Premiere für Datchaya. An den beiden Weihnachtsfeiertagen kommt die ganze Familie zusammen. „Dann gibt es ganz traditonell Raclette und Sushi“, sagt Tanja Rous und lacht. Datchaya will vielleicht auch ein traditionelles Gericht aus seiner Heimat für seine Gastfamilie kochen: Tom Yam Kung, eine sauer-scharfe Suppe zur Vorspeise.

Obwohl Datchaya die Adventszeit und das Warten auf Weihnachten gut gefällt, tut er sich mit einem schwer: Er hat immer noch nicht richtig verstanden, was es mit dem Adventskranz auf sich hat, welche Symbolik dahinter steckt. Das wollen ihm seine Gasteltern und -geschwister an Heiligabend noch einmal in Ruhe erklären.

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