Kommunale Neugliederung 1969: Von 24 Gemeinden blieben nur sieben übrig

Kommunale Neugliederung 1969 : Von 24 Gemeinden blieben nur sieben übrig

Kerken sollte „Vogtei“ heißen. Auch „Zweikirchen“ war im Gespräch, wie der Doppelname Issum-Sevelen.

Es war ein großer Einschnitt: Bis zum Stichtag 1. Juli 1969 gab es im Kreis Geldern 24 Gemeinden und Ämter: Aldekerk, Eyll, Geldern, Herongen, Issum, Kapellen, Kervendonk, Kervenheim, Kevelaer, Kleinkevelaer, Nieukerk, Pont, Sevelen, Stenden, Straelen, Twisteden, Veert, Vernum, Wachtendonk, Walbeck, Wankum, Weeze, Wetten und Winnekendonk. Nach der Kommunalen Neuordnung blieben die Städte Geldern, Kevelaer und Straelen und die Gemeinden Kerken, Issum, Wachtendonk und Weeze übrig. Auf Zu- und Abneigungen der Dörfer nahmen die Planer, allen voran Gutachter Gerhard Isbary aus Bonn und der verantwortliche Ministerialdirigent Eising, wenig Rücksicht. Der Oberkreisdirektor schlug zum Beispiel vor, noch elf Gemeinden im Kreis Geldern zu bilden. Aldekerk mit Stenden und Ober-Eyll wäre neben Nieukerk mit Unter-Eyll und Poelyck dann eine von ihnen gewesen. Isbary zog in ersten Planungen sogar die Grenze des Landkreises neu und schloss Straelen, Herongen, Wachtendonk und Wankum dem Kreis Kempen-Krefeld an. Später wurde dies nach heftigem Widerstand aus Straelen wieder korrigiert.

Die Namensfrage spielte im Fall von Kerken dann eine große Rolle. „Zweikirchen“ lautete ein Vorschlag. Bei der ersten Lesung des Gesetzes zur Neugliederung heiß die neue Gemeinde „Vogtei“. Bei der zweiten Lesung im Januar 1969 lautete der Name Aldekerk. Im Februar wurde dann der Name Kerken beschlossen. Für Issum war übrigens auch der Doppelname Issum-Sevelen im Gespräch.