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Volles Haus im Gasoline Blues Club

Culturkreis Gelderland : Volles Haus bei zwei hochkarätigen Bands

Beeindruckendes Doppelkonzert von „Moondaze“ und „King of the world“ am Samstag im „Gasoline Blues Club“. Es gab immer mal wieder frenetischen Applaus.

Der Culturkreis Gelderland hat das dritte und letzte Konzert für 2018 mit zwei hochkarätigen niederländischen Blues-Bands beschlossen: „Moondaze“ und „King of the world“. Den Auftakt machte „Moondaze“ aus Schagen, früher bekannt als „Uncle Jimmy”. Die Namensänderung und Umstellungen im Bühnenprogramm waren nötig, nachdem im Oktober die Keyboarderin Julia Driessen die Band verlassen hatte. Noch als „Uncle Jimmy“ hat die Band erst im Juli ihre erste CD herausgebracht.

In Geldern gab es am Samstag nun vor allem Material zu hören, das nächstes Jahr auf die nächste CD kommen soll – ein Test also für die Wirkung der neuen Songs. Frontfrau Marja Boender (23) bezeichnet die neue musikalische Ausrichtung als „energetic blues rock”, und schon nach ihren ersten beiden Songs „Four chords” und „Walk away” hatte die Gruppe ihr Publikum im Griff. Es gab einen begeisterten Applaus nach dem anderen, und nach knapp einer Stunde wollte das Publikum die Band kaum von der Bühne lassen. So gab es drei Zugaben, in denen Marja, Sebastiaan Fledderman (Gitarre) und Tom Beemster (Schlagzeug) ihr breites musikalisches Spektrum unter Beweis stellten.

Bei „Moondaze“ gab es Anklänge an Janis Joplin, Deep Purple, Led Zeppelin und Guns’n‘Roses. Und es gab keinen einzigen Cover Song, alles war aus eigener Produktion entstanden. Das Publikum schien besonders vom Energiebündel Marja Boender beeindruckt zu sein, die mit ihrer Bassgitarre nicht nur mehrfach von der Bühne hopste, um im Gang vor und im Publikum zu spielen, sondern auch auf alle Boxen, Monitore und Verstärker kletterte und lediglich von der ziemlich niedrigen Hallendecke daran gehindert wurde, ihren Aktionsradius noch weiter auszudehnen.

Den zweiten Teil des Abends bestritten dann „King of the world”, die in dieser Besetzung schon sieben Jahre zusammen spielen und bereits fünf internationale Blues Awards eingeheimst haben. Zwar hat vor wenigen Monaten Lead-Gitarrist Erwin Java die Band verlassen, doch mit Ruben Hoeke wurde adäquater Ersatz gefunden. „King of the world“ verstehen sich als als „Modern Blues Band”, beschreiben ihre musikalische Ausrichtung als „Roots, Rhythm and Blues”. Drummer ist Fokke de Jong, Bassist und Leadsänger ist Ruud Weber, an Keyboard, E-Piano oder Hammond-Orgel steht Govert van der Kolm,

Die Gruppe startete furios mit „Messing with my mind”, gefolgt von „Murder in the first degree”. Spätestens da hatte sie das Gelderner Publikum von ihrem Können überzeugt und holte sich einen Beifallssturm nach dem anderen ab.

Die Musiker präsentierten eine sehr breite Palette des Blues, überwiegend geprägt durch Eigenkompositionen. Wenn sie Klassiker der Blues- und Rock-Historie einstreuten, versahen sie sie mit einer prägnanten eigenen Note. So kam beispielsweise der Chicago-Blues „Do it” von Delbert Mc Clinton zum Zuge, der Evergreen „Let‘s go get stoned“ von Ray Charles oder das gewiss nicht erwartete “Life in the fast lane“ der Rock-Heroen „Eagles”.

„King of the world“ dehnten ihren Auftritt auf über 90 Minuten aus, und dann hatten die Gelderner immer noch nicht genug von ihnen, so dass es eine extralange Zugabe gab: eine sehr individuelle Version des „Temptations“-Klassikers „Papa was a rolling stone“.

Dabei hatte jedes Bandmitglied ausgiebig Gelegenheit, seine Solo-Qualitäten auszubreiten, was insbesonders Govert van der Kolm an seiner Hammond-Orgel tat. Er spielte sein Instrument aus allen vorstellbaren Positionen und Körperhaltungen heraus, stellenweise verschmolz er geradezu damit. Frenetischer Zwischenapplaus war der Lohn.

Die Band "King of the world" beeindruckte mit eigenen Stücken, und Klassikern verliehen die Musiker eine eigene Note. Foto: Stefan Perry

Viele Besucher würdigten am Ende des Abends das Können der beiden Gruppen, und auch der Culturkreis Gelderland bekam Lob für den gelungenen Abend.

(RP)