Issum: Völkerverständigung mit viel Spaß

Issum: Völkerverständigung mit viel Spaß

"Vive l'échange" stand auf einem großen Banner. Seit fünf Jahrzehnten findet ein reger Austausch zwischen Issum und dem kleinen französischen Ort Courdemanche statt. Über 100 Gäste ließen es sich nicht nehmen, diesen Anlass gebührend auf dem Hof von Familie Aenstoots in Issum zu Feiern.

Das gemeinsame halbe Jahrhundert wurde durch viele Fotos dokumentiert. Über einen Beamer wurden über 700 Fotografien auf eine große Leinwand übertragen. Es war eine Zeitreise durch die Jahrzehnte. Der Wiedererkennungseffekt sorgte für viele "Ohs" und "Ahs". Dabei hatte die Gründung des gemeinsamen Austausches einen ernsten Hintergrund. Die Schrecken des Krieges hatten tiefe Spuren hinterlassen. Der Franzose Roger Salinas kam zu dem Entschluss, dass es nie wieder so weit kommen dürfe.

Sein Ziel war es, Deutsche und Franzosen zu "gemeinsamen Kämpfern für den Frieden" zu machen . In Zusammenarbeit mit Gustav Niermann auf der deutschen Seite gewann wurde die Issumer Landjugend für das Projekt gwonnen. Vom 14. bis 28 Juli 1959 waren die französischen Jugendlichen vom Foyer Rural aus Courdemanche zu Besuch in Issum.

In Frankreich bestimmt das "Foyer Rural de Courdemanche" das gesellschaftliche Leben. Dort finden sich alle Generationen zusammen, um miteinader Theater zu spielen oder zu musizieren. Dort hat auch der deutsch-französiche Jugendaustausch seinen Raum. Aber das eigentliche Leben spielt sich in den Gastfamilien ab.

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Die feine Lebensart

Heinrich Hacks, Mitbegründer des Issumer Vereins, schwärmt vom "savoir vivre", der feinen Lebensart, im französischen Dorf. Ursprünglich lag das Interesse vor allem auf den landwirtschaftlichen Unterschieden der verschiedenen Länder. Landwirtschaft ist immer noch ein Thema, hinzu kommen aber auch Kultur und das gemeinsame Miteinander. Auch für dieses Mal hatten die Gastgeber ein straffes und anspruchsvolles Programm für ihre französischen Freunde zusammengestellt. Den Anfang machte ein Empfang im Issumer Ratssaal. Dann wurden die geschichtlichen Glanzstücke des Brauereidorfs besucht: das Histörchen, die Synagoge und die Herrlichkeitsmühle. Bis in die Morgenstunden wurde im Diebels live gesungen und gelacht. Am Samstag erkundeten alle die Landeshauptstadt. Eine Fahrt auf dem Rhein, Besuch des Fernsehturms und der Altstadt ließen keine Langeweile aufkommen. Der nächste Austausch findet vom 12. bis 20. August statt.

Infos unter Tel. 02835 92765.

(RP)
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