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Geldern: Virtuose und einfühlsame Violinen in der Maria-Magdalena-Kirche

Geldern : Virtuose und einfühlsame Violinen in der Maria-Magdalena-Kirche

"Geigen am Himmel" war das Motto des Konzerts in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena. Das Künstlerehepaar Katarina Bassez und Henry Raudales begeisterten mit ihrem virtuosen und gleichsam einfühlsamen Violinspiel die Zuhörer. Mit Werken von Quantz, Händel, Vivaldi, Bach und Moszkowki wurde ein abwechslungsreicher musikalischer Streifzug vom Barock über die Klassik bis zur romantischen Salonmusik dargeboten. Die Orgelbegleitung übernahm Dieter Lorenz.

In der kundigen Interpretation der beiden Violinisten und der Kastenorgel geriet das "Trio Sonata c-moll" von Johann Joachim Quantz im Altarbereich zu einer wahren Freude: Es wurde sehr elastisch musiziert, der Klang entfaltete sich strömend. Zugleich wurden die satztechnischen Qualitäten des Werkes nicht überdeckt oder verschleiert. Vor allem in den raschen Sätzen trat eine belebende Perkussivität mit dynamisch klaren Akzenten hinzu. Eine deutliche Stärke der Interpretation war die sorgfältige Artikulation. Die vier Sätze wurden dadurch musikalisch denkbar gelungen belebt. Stilsicher, gelehrt und gleichzeitig behutsam, mit einer unmittelbar entfesselten Sinnenfreude, aus der sich barocker Esprit nicht zuletzt entwickelte, erklang die "Triosonate in A-Dur" von Georg Friedrich Händel.

Katarina Bassez und Henry Raudales überzeugten durch eine Mischung aus Virtuosität, Spielfreude und musikalischem Feingefühl und glänzten mit einer Form von Kommunikation, die bei ihrem gemeinsamen Spiel so schön zu beobachten war wie sie klang. Antonio Vivaldis "Concerto a-Moll", Philipp Emanuel Bachs "Triosonate in B-Dur" und Maurice Moszkowskis "Suite in g-Moll" strahlten von der Orgelempore aus mit akustischem Glanz, enormer Energie und rhythmischen und dynamischen Kontrasten. Die Virtuosität der Geigen, die besonders in Moszkowskis Suite noch atemberaubender wirkte, bereitete virtuoses Vergnügen. Das Trio fing jede Nuance ein, verzichtete auf analytische Distanz und schaffte so eine direkte Verbindung und den unmittelbaren Brückenschlag zu einem begeisterten Publikum. "Geigen im Himmel' hätte das Konzert auch heißen können," meinte Felizitas Beier hingerissen von der Zugabe (Bachs "Air Suite Nr. 3") beim Nachhausegehen.

(usp)