Vier politische Gruppierungen in Straelen wollen einen Bewerber.

Politik in Straelen : Auf der Suche nach dem Bürgermeister

In Straelen wollen SPD, FDP, Freie Wähler und GO/Grüne einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen. Ihr Ziel: die Mehrheit der CDU im Rat und im Rathaus brechen und eine gute Verwaltung für die Stadt erreichen.

In einem sind sich SPD, FDP, Freie Wähler und GO/Grüne einig: „Wir wollen die Mehrheit der CDU im Rathaus und im Rat endlich kippen“, sagt Michael Traurig von den Freien Wählern Straelen. Das klappe aber nur, wenn ein gemeinsamer Bürgermeisterkandidat gefunden wird. Dazu sind die vier politischen Gruppierungen, die sich im Stadtparlament einer absoluten CDU-Mehrheit gegenüber sehen, fest entschlossen. Denn, so Stefan Kemmerling von GO/Grünen: „Der Leidensdruck ist groß.“ Mögliche Bewerber sind laut Kemmerling auch schon im Blick, erste Gespräche seien fruchtbar gewesen, ergänzt Joachim Meyer von der SPD. „Doch die Tür ist noch offen für mögliche weitere Interessenten“, betont Kemmerling.

Wer Chancen haben möchte, von den vier Parteien und Gruppierungen auch akzeptiert und letztlich nominiert zu werden, sollte einen gewissen Kriterienkatalog erfüllen. „Der neue Bürgermeister sollte überparteilich als Verwaltungschef Bürger, Mitarbeiter und Politik zusammenbringen“, wünscht sich Traurig.

Die Bereitschaft zu Transparenz über Parteigrenzen hinaus müsse da sein, fordert das Quartett. Mit den Bürgern müsse es eine echte Beteiligung und Zusammenarbeit geben, nicht nur deren Teilnahme an Informationsveranstaltungen.

Die Mitarbeiter im Rathaus seien zu fördern. „Es gibt Fachleute im Rathaus, die gute Arbeit machen. Die sollte man auch machen lassen“, erklärt Hans-Hermann Terkatz (GO/Grüne). Von oben her müsse mehr motiviert werden, ergänzt Kemmerling. „Wir wollen, dass das endlich funktioniert.“

„Wir brauchen wieder einen visionären Entwickler statt eines reinen Verwalters“, nennt Dirk Steiner (FDP) einen weiteren Punkt. Der Kandidat sollte etwas jünger sein, um die Ideen, die er anstößt, auch weiter verfolgen zu können. Er sollte auch bereit sein, Ideen aus der Politik aufzugreifen, und fähig sein, mit Kritik umzugehen. Punkte, die die Opposition bei der aktuellen Verwaltungsspitze vermisst. „Es wurden zu viele Chancen nicht genutzt“, urteilt Kemmerling.

An der Qualität der Arbeit der einzelnen Verwaltungsmitarbeiter gibt es aus Sicht der vier Parteien und Gruppierungen nicht allzuviel auszusetzen. Trotzdem sei ein Umsteuern notwendig. Kemmerling: „Wir müssen im Rathaus von einer obrigkeitsstaatlichen Gunstbezeugung zu einer Dienstleistungsmentalität kommen.“

Das Finden eines gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten bezeichnet Kemmerling als „diffizile Angelegenheit“ mit vielen Gesprächen. Qualität habe Priorität. Die jeweiligen Mitgliederversammlungen müssen letztlich entscheiden.

Der Findungsprozess soll sich andererseits nicht allzu sehr in die Länge ziehe, wie Steiner anmerkt. Der gemeinsame Kandidat soll möglichst noch präsentiert werden, bevor die Straelener CDU ihren Bürgermeisterbewerber verkündet. Noch in diesem Jahr, so Steiner, soll der Kandidat der Vier bekanntgegeben werden.