Via Stenden Kerken: Brandopfer noch im Koma

Kerken: Brandopfer aus Flüchtlingsunterkunft außer Lebensgefahr

Der 37-jährige Mann aus Eritrea, der sich in der Flüchtlings-Unterkunft in Stenden angezündet haben soll, ist außer Lebensgefahr, aber noch nicht vernehmungsfähig. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen spreche allerdings alles für einen Selbstmordversuch.

Die Polizeifahrzeuge sind abgerückt. Es scheint wieder Ruhe eingekehrt zu sein in und um die Via Stenden. Dennoch bemühten sich gestern Markus Jansen, Leiter der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) und Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg, und Oliver Käfer, Chef der Feuerwehr in der Gemeinde Kerken, mehr Licht in die Hintergründe dieses Vorfalls zu bringen.

Am Mittwoch war in der Mittagszeit ein 37-jähriger Mann aus Eritrea mit schweren Brandverletzungen in einem Vorraum eines Duschtraktes vorgefunden worden. Ersthelfer betreuten das Opfer sehr zügig. Er musste jedoch wegen der Schwere der Verbrennungen in eine Spezialklinik nach Duisburg geflogen werden. Mittlerweile befindet er sich aber nicht mehr in Lebensgefahr. Aufgrund der Ermittlungen der Kripo Kalkar ist davon auszugehen, dass der Mann seine Kleidung selbst in Brand gesetzt hat. Demnach begab sich der 37-Jährige alleine in einen Duschvorraum im Erdgeschoss der Via Stenden. Anzeichen für ein Fremdverschulden haben sich nach dem derzeitigen Ermittlungsstand nicht ergeben.

"Der Mann wurde im verqualmten Vorraum der Duschen im Erdgeschoss angetroffen", berichtet Markus Jansen. Da in der Via Stenden immer zwei ausgebildete Pfleger als Vollzeitkräfte beschäftigt sind, konnte schnell medizinische Hilfe geleistet werden. "Außerdem hatte gerade zu dieser Zeit ein Arzt in unserem Haus Sprechstunde, so dass er ebenfalls für erste Hilfe schnell vor Ort war", fügt der Mitarbeiter der Bezirksregierung noch hinzu.

Der Verletzte liege in der Duisburger Klinik in einem Spezialbett für Brandopfer und sei von den Ärzten in ein künstliches Koma versetzt worden. Dieser Zustand wird noch etwa 14 Tage andauern. Etwa 18 Prozent der Haut des Mannes wurden verbrannt. Da der Mann erst nach den Operationen vernehmungsfähig ist, sind die Hintergründe des Selbstmordversuchs auch weiterhin nicht bekannt. Als besonders positiv wertete der Unterkunfts-Leiter die gute Zusammenarbeit mit den Rettungskräften von Feuerwehr und Sanitätsdienst.

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Dieses Lob gab Oliver Käfer zurück. Auch der geänderte Alarmplan, so der Feuerwehrchef, der nach zahlreichen Fehlalarmen entwickelt worden war (die RP berichtete), habe sehr gut funktioniert. Deshalb war die Kerkener Wehr schnell mit 37 Männern und zehn Fahrzeugen vor Ort. Außerdem rückten noch 18 Kollegen in sechs Wagen aus Thönisberg und St. Hubert in Richtung Via Stenden aus. Hinzu kamen 15 Helfer und Sanitäter einer DRK-Einsatzeinheit.

"Wegen der Rauchentwicklung haben wir erst einmal einen Trupp mit Atemschutz und einer Wärmebildkamera in den Duschvorraum geschickt, um auch zu ermitteln, ob es noch weitere Brandherde gebe", beschrieb Käfer den Einsatz. Der Betroffene haben beim Eintreffen der ersten Helfer nicht in Flammen gestanden. Da auch sonst kein Feuer mehr zu bekämpfen war, hatten die Feuerwehren den Unfallort schnell im Griff. Der Alarm war um 12.42 Uhr ausgelöst worden. "Ich habe dann als Letzter den Unfallort um 15.57 Uhr verlassen", so Käfer.

Zwischenzeitlich musste jedoch auch noch der Transport des Verletzten mit dem Hubschrauber organisiert werden. Denn der konnte wegen des Waldes nicht direkt an der Via Stenden landen. "Wir haben dann eine Wiese auf dem Gebiet der Stadt Kempen gefunden, denn auch auf einem aufgeweichten Acker hätte der Helikopter nicht wieder starten können", erklärte der Feuerwehrchef logistische Probleme.

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(RP)