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VHS-Sommerakademie auf dem Oermter Berg

VHS-Sommerakademie : Kreatives Spektakel auf dem Oermter Berg

50 Teilnehmer bei der VHS-Sommerakademie im Schönstatt-Zentrum. Sie ließen ihren Ideen in vier Bereichen freien Lauf. Vom Spielen auf der Blues Harp und Blumenornamenten mit Glasnuggets.

„Die gigantische Atmosphäre lässt die Sommerakademie zum Urlaubsevent werden.“ Davon war die Fachbereichsleiterin Regina Sprick von der Volkshochschule Gelderland überzeugt. Insgesamt fast 50 Teilnehmer der vier Bereiche stimmten ihr zu. Sprick hat die Begleitung des kreativen Spektakels im Schönstatt-Zentrum auf dem Oermter Marienberg von Karl-Heinz Pasing übernommen. Das neue Gebäude im Lärchenholzcharakter stellte einen Bezug zur Natur in der Umgebung her.

Dank des schönen Wetters arbeiteten die Maler und Bildhauer unter freiem Himmel, während die Teilnehmer der Schreibwerkstatt es sich in den neuen Räumlichkeiten gemütlich machten. Auch Dieter Kropp blieb mit den Besuchern des Blues-Harp-Workshops drinnen. Er vermittelte grundlegende Spieltechniken der Blues Harmonica.

Bildhauerin Monika Bänsch wirft ihre Teilnehmer grundsätzlich ins kalte Wasser. Sie lässt sie von den Steinen weg arbeiten, und jeder soll schauen, zu was der Stein einlädt. „Man kann sich nicht durch die Steinvorlage leiten lassen“, weiß sie aus eigener Erfahrung. Petra Kemper kommt diese Vorgehensweise entgegen, weil sie keine konkrete Vorstellung hat, was aus dem Tuff-Stein entstehen kann.

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„Wir inspirieren uns gegenseitig“, meint Ute Heek mit Blick auf Christel Maasacker. Beide entwickeln Blumenornamente, die später mit Glasnuggets verziert werden. Zu den Neulingen gehört auch Aggi Teilmans. Auch wenn sie mit harten Einschlüssen kämpfen musste, kommen ihr Ideen beim Tun. Neben einem kleinen Blatt hat sie ihre Familie in Stein gemeißelt. Karin Hüyng, die Erfahrungen im Aquarellmalen hat, lässt den Stein arbeiten, aber nur bildlich, denn das Ganze ist körperlich anstrengend. Meditativ findet Birgit Oeser ihr Schaffen. Sie bearbeitet einen kleinen Alabaster mit Rundfeile und lässt etwas abstraktes Dekoratives entstehen.

„Hier lässt sich wunderbar arbeiten“, zeigt sich Rosa Gabriel mit ihrer Gruppe begeistert. In einer lauschigen Ecke hinter der Schönstatt-Kapelle weht immer ein laues Lüftchen. „Wir sind dichter beieinander und können uns intensiver und ruhiger austauschen.“ Ihre Anregung lautet „Nutze die Freiheit in der Kunst“. Sie möchte die Arbeitsfreude wecken und bestärken.

 Vortrag der Textwerkstatt an der Kapelle.
Vortrag der Textwerkstatt an der Kapelle. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Auch in ihrem Kurs sind Teilnehmerinnen zum ersten Mal dabei. Gisela Winnekens wurde von ihrem Mann Peter angemeldet. Sie hatte schon ein Acrylbild mit Seifenblasen für schöne Lebensmomente. Sie malt ein Ehepaar dazu, worin der Sohn den Vater erkannte. Arnhild Koppel, die für die VHS in Wachtendonk bald ein „Offenes Atelier“ anbietet, nutzt den Kursus zur Standortbestimmung. Ihr Skizzenbuch ist Marlies Deutskens eine große Hilfe bei der Umsetzung in abstrakte Werke. Sie lobt die Lehrerin: „Rosa gibt kreative weiterbringende Impulse“. Die wiederum ist von den Werken von Dana Fuchs angetan, der es gelingt, aus Flecken und zarten Pinselstrichen ein Strahlen ins Gesicht eines Menschen zu zaubern.

„Liebe Sommerakademiker“, begrüßt die Literaturwissenschaftlerin Dr. Elisabeth Kuhs bei der Abschlusspräsentation. Anhand vorgetragener Miniaturen und Humoresken erläutert sie, wodurch sich Teilnehmer ihrer Schreibwerkstatt „Spielend schreiben“ inspirieren lassen. Von ersten Sätzen aus Klassikern entstehen bei Elisabeth, Emma-Lia, Heidi und Geertje neue Geschichten. „Diesmal ist alles anders“, lautet die Überschrift eines mysteriösen Textes von Felix, der mit 14 Jahren der jüngste Teilnehmer ist. „Und was macht man, wenn die Sprache nicht genügend Wörter hat? Man erfindet welche“, meint Elisabeth Kuhs. Dass ein „Exolot“ ein Zähler von Ex-Partnern sein kann, stellt Petra anschaulich dar. Im Verlauf der Schreibwerkstatt lernten die Teilnehmer auch etwas über Erzählperspektiven und Schreibstrategien, sie erfuhren von der Lautmalerei (Onomatopoesie), sowie den Tauto- oder Lipogrammen.