Verkehrsverein Straelen zieht sich aus Organisation des Stadtfestes zurück.

Großveranstaltung in der Blumenstadt : Straelens Stadtfest steht vor dem Aus

Der Verkehrsverein bekräftigt seinen Rückzug aus der Organisation. Er stellt darüber hinaus die Zukunft des Vereins und seiner anderen Veranstaltungen in Frage. Am Donnerstag gibt es ein Gespräch aller Beteiligten.

Das Ende des Stadtfestes Straelen steht fest. Das ist zumindest die Meinung von Martin van Bebber und Stefan Terheggen. Der Vorsitzende des Verkehrsvereins und sein Stellvertreter haben in einem online verschickten umfangreichen Schreiben dargelegt, warum sich der Verkehrsverein aus der Organisation dieser Großveranstaltung zurückzieht und warum sie für dieses Traditionsfest keine Zukunft mehr sehen.

Wie berichtet, hatte der Verkehrsverein bei der Stadt einen Zuschuss von alles in allem rund 30.000 Euro beantragt, um das Stadtfest 2019 durchführen zu können. Der Rat hatte in seiner Dezember-Sitzung nicht endgültig entschieden, sondern den Betrag mit einem Sperrvermerk in den Haushalt eingestellt. Der Verkehrsverein sollte dem Rat Ende März ein tragfähiges Konzept vorlegen. Mittlerweile hat der Verein seinen Zuschussantrag zurückgezogen und seinen Rückzug aus der Organisation der Veranstaltung angekündigt. Van Bebber und Terheggen bekräftigen nun diese Entscheidung, unabhängig von der vor rund zwei Wochen mit den Fraktionen und der Verwaltung getroffenen Vereinbarung, miteinander und unter sich Ideen zu entwickeln, wie das Fest doch noch durchgeführt werden kann. Wie Bürgermeister Hans-Josef Linßen am Dienstag auf Anfrage mitteilte, soll es am morgigen Donnerstag ein abschließendes Gespräch zwischen Politik, Verwaltung und Verkehrsverein geben.

„Uns ist es anscheinend nicht gelungen, die Politiker von unserer Arbeit zu überzeugen“, heißt es in dem Schreiben des Verkehrsvereins-Vorstands. Schon im September 2017 habe man der Politik signalisiert, dass ein „Weiter wie bisher“ der Arbeit so nicht mehr möglich sei und der Verkehrsverein neben der personellen Unterstützung aus den Bereichen Stadtmarketing, Baubetriebshof und Ordnungsamt auch finanzielle Unterstützung benötige, um die bestehenden Veranstaltungen zu sichern sowie die Qualität zu halten. „Seit 2009 erhalten wir keine finanzielle Unterstützung mehr aus dem Haushalt der Stadt Straelen.“ Van Bebber und Terheggen weisen darauf hin, dass der Verein seit unzähligen Jahren zusammen mit dem Stadtmarketing das Stadtfest organisiere, und dies ehrenamtlich. „Dabei tragen wir als Vorsitzende das komplette finanzielle Risiko und haften für jede Veranstaltung, die der Verkehrsverein organisiert.“

Martin van Bebber, Vorsitzender des Verkehrsverein. Foto: Klatt

Ein Stadtfest lasse sich nicht mal eben so organisieren, „und im März mit den Planungen für ein Event im Juni/Juli zu beginnen, ist illusorisch“. Dass der Verkehrsverein in allererster Linie „Stadtmarketing“ betreibe und es „Stadtfest“ heißt, scheine nicht verständlich gemacht worden zu sein. „Dass die Arbeit des Verkehrsvereins auf so wenig Wertschätzung und Unterstützung trifft, bedauern wir“, schreibt das Führungs-Duo. Das führe zu einer so großen Demotivation, dass sich bei den bevorstehenden Vorstandsneuwahlen beide Vorsitzende nicht zur Wiederwahl stellen werden und auch potenzielle Vorstandsnachfolger ihre Kandidatur zurückzogen haben. Die Autoren blicken über den Sommer hinaus: „Die Zukunftsfrage des Vereins wird gestellt werden und damit auch die Frage, was aus allen Veranstaltungen, die der Verkehrsverein organisiert, ab spätestens 2020 wird?“

Bürgermeister Linßen äußerte Bedauern und Unverständnis für diesen Schritt des Verkehrsvereins. „Ich finde das sehr schade“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Das Schreiben sei nicht nachvollziehbar, sowohl vom Inhalt als auch vom Zeitpunkt her. Das für Donnerstag angesetzte Gespräch soll auf jeden Fall stattfinden. Es sollten dessen Ergebnisse und Reaktionen abgewartet werden. Linßen: „Alles andere wäre Spekulation.“

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