Neue Gesamtschule in Geldern: Verfahren gestoppt - Plätze werden neu verlost

Neue Gesamtschule in Geldern : Verfahren gestoppt - Plätze werden neu verlost

Die Stadt Geldern hat die Zusendung von Zu- und Absagen für die Plätze an der neuen Gesamtschule Freitag gestoppt. Die ganze Platzvergabe wird neu aufgerollt. Der Grund: Die Kinder aus Straelen, Wachtendonk und Kerken - nicht aber die aus Kevelaer - müssen bei der Platzvergabe die gleichen Chancen bekommen wie die aus Geldern, Issum oder Rheurdt. Diese Weisung hat gestern die Bezirksregierung Düsseldorf erteilt.

Die Stadt Geldern hat die Zusendung von Zu- und Absagen für die Plätze an der neuen Gesamtschule Freitag gestoppt. Die ganze Platzvergabe wird neu aufgerollt.

Der Grund: Die Kinder aus Straelen, Wachtendonk und Kerken - nicht aber die aus Kevelaer - müssen bei der Platzvergabe die gleichen Chancen bekommen wie die aus Geldern, Issum oder Rheurdt. Diese Weisung hat gestern die Bezirksregierung Düsseldorf erteilt.

"Die Anmeldungen aus Straelen und Wachtendonk dürfen nicht rausgerechnet werden, weil die nicht erteilte ,Beschulungsvereinbarung' dieser Kommunen nicht zur Folge hat, dass die Kinder aufgrund dessen abgelehnt werden dürfen", schreibt die Genehmigungsbehörde. Die Kinder aus Kerken wiederum dürfen nicht von vornherein abgewiesen werden, weil es auf der dortigen Gesamtschule keinen Platz mehr gibt.

Vorrangig behandelt werden lediglich Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und "Härtefälle". Was Härtefälle sind, darüber entscheidet die Schulleitung. Für alle anderen Kinder geht es ins übliche Auswahlverfahren - betreffend Schulweg, das Verhältnis von Mädchen und Jungen, Leistungsstand und so weiter - an dessen Ende die Verlosung steht.

"Ich bin stinksauer", wetterte Bürgermeister Sven Kaiser gestern über die Bezirksregierung: "Die wissen doch nicht erst seit heute, dass wir das Verfahren abschließen." Er erwarte klare Handlungsanweisungen aus Düsseldorf. "Wenn die sich ändern, obwohl sie schriftlich vorliegen, dann weiß ich nicht, wie wir als Verwaltung handeln sollen." Dabei beruft er sich auf ein Schreiben der Behörde von März.

Dem ist zu entnehmen, dass Kinder aus Straelen und Wachtendonk nicht abgelehnt werden dürfen, wenn Plätze "frei" sind, aber auch, dass zunächst die Gelderner Kinder und die aus Gemeinden mit "Beschulungsvereinbarung" aufzunehmen seien. Nun könne es sein, dass Gelderner Kinder leer ausgehen, während Straelener und Wachtendonker einen Platz bekommen. "Die Unklarheit, in der wir die Eltern lassen - ich finde das verantwortungslos von der Bezirksregierung Düsseldorf", so Kaiser. "Wir haben jetzt bald Mai, und die Eltern wissen immer noch nicht, wohin sie ihre Kinder schicken sollen."

Schon mehrfach hat es zwischen Stadt und Bezirksregierung Abstimmungsprobleme gegeben, die für gewaltige Unruhe gesorgt haben. So war das Ende der Realschule an der Fleuth schon eingeläutet, dann kippte die Behörde den Plan. Ebenso gab es wiederholt Unklarheit, wie die Elternbefragung vor der Schulgründung auszusehen habe.

Sollte über ein Eingreifen des Landesschulministeriums doch noch eine größere Gesamtschule mit sechs Eingangsklassen gegründet werden, wären die Probleme vom Tisch. Dann müssten gar keine Kinder abgelehnt werden. "Wir bemühen uns immer noch um sechs Klassen", so Kaiser.

(szf)
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