Geldern: Unimicron startet in Geldern neu durch

Geldern: Unimicron startet in Geldern neu durch

479 Tage nach dem Brand wurde das Werk seiner Bestimmung übergeben. Familienfeier mit der Band "Brings".

Für Lucien Orlovius, den Aufsichtsratsvorsitzenden des Unimicron-Werks in Geldern, war am Samstag so etwas wie Weihnachten. "Seit ich vor zwölf Jahren Investor geworden bin, kam ich jedes Mal mit einem mulmigen Gefühl nach Geldern."

Weil ihm damals Gespräche mit weitreichenden Konsequenzen bevorstanden. "Heute ist es anders, wie Weihnachten bei sonnigem Wetter. Alles passt, und die Geschenke sind da", begrüßte er stolz die Belegschaft und deren Familien zur Eröffnung vor dem neuen Gebäude.

Orlovius sprach von gegenseitigem Vertrauen und Respekt, die zu so einem Kraftakt zählen, innerhalb kürzester Zeit wieder aufzubauen - exakt 479 Tage nach dem Brand. Ohne Kunden zu verlieren, ja sogar mit dem Akquirieren neuer. "Gerard van Dierendonk treibt die Dinge voran", lobte Orlovius den Deutschland-Chef des Unternehmens.

Van Dierendonk spulte die Zeitschiene trotzdem zurück: "Wie geht es weiter?", hätten direkt nach dem Brand am 28. Dezember 2016 alle Mitarbeiter und deren Freunde und Familien um den Gelderner Standort und ihren Arbeitsplatz gebangt. Umso stolzer verwies er auf die Teamleistung als Signal für die Zukunft: "Ein modernes Werk mit besten Umweltstandards und weniger Emissionen."

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Van Dierendonk unterstrich die unbürokratische Zusammenarbeit während der Bauphase, insbesondere mit den Genehmigungsbehörden, Handwerkern und eigenen Mitarbeitern. "Ein Mann war immer dabei, den ich heute nennen möchte: Rico Schlüter. Ein Wort hat genügt. Kein Zweifel, wir haben immer an das Ziel geglaubt." Nur in einem Punkt war man uneinig. Mit der Eröffnung noch im April habe der Firmenchef die Nase vorn gehabt.

"Die Gelderner hängen an dem Werk", betonte Bürgermeister Sven Kaiser die Bedeutung des Unternehmens für die Region und die volle Unterstützung seitens der Verwaltung. "So machen wir das", sei stets Tenor nach vielen Verhandlungen gewesen. Eigens vom Mutterkonzern aus Taiwan war Tzvy-Jang Tseng angereist, der den symbolischen "Universal-Firmenschlüssel" erhielt.

Und weil die offiziellen Momente musikalisch besonders gewürdigt werden, spielten mehrere Musikverbände aus dem Gelderland die deutsche Nationalhymne, bevor das blaue Unimicron-Band zerschnitten wurde. Bei der anschließenden Familienfeier mit den Mitarbeitern rockte die Kölner Band "Brings" die Bühne.

Van Dierendonk sorgte nochmals für eine Überraschung. Der Hausherr hatte bei allen am Neubau beteiligten Unternehmen um eine Spende gebeten, die er an Sven Kaiser weiterreichte. Die stattliche Summe von 32.500 Euro soll in die städtische Jugend- und Kinderarbeit fließen.

(mk)