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Unbegleitete minderjährige Ausländer wechseln von Herongen nach Kempen

Jugendarbeit : Junge Ausländer ziehen von Herongen nach Kempen um

Die DRK-Jugendhilfe gibt die seit April 2016 genutzte Einrichtung in Herongen auf. Neue Verwendung der Immobilie ist noch offen.

Ab März werden im ehemaligen Schwesternwohnheim am Buttermarkt 4 in Kempen zehn sogenannte UMAs (unbegleitete minderjährige Ausländer) einziehen. Das Jugendhaus in Herongen gibt die DRK-Jugendhilfe dafür auf. „Mit dem Umzug haben wir uns deutlich verbessert“, sagt Geschäftsführerin Claudia Burghans. Der Standort direkt neben der Heilig-Geist-Kapelle ist zentral gelegen und dürfte optimale Voraussetzungen für gelebte Integration bieten.

Die Jugendlichen, die aus Ländern wie Somalia, Eritrea, Guinea, Syrien, Afghanistan, Iran und Albanien kommen und zwischen 15 und 18 Jahre alt sind, gehen alle noch zur Schule, beziehungsweise befinden sich in Praktika. „Unser Ziel ist, sie in eine Ausbildung zu bringen“, sagt Claudia Burghans. Die Geschäftsführerin bezeichnet diesen Schritt als „pädagogische Herausforderung, auf die wir uns freuen“.

Das ehemalige Schwesternwohnheim befindet sich im Eigentum der Propsteipfarrgemeinde St. Mariae Geburt. Die Stadt hat das Haus zuletzt als Flüchtlingsunterkunft für alleinreisende Männer genutzt. Zurzeit wird es für den neuen Zweck renoviert. Neben einem Anstrich werden in dem dreigeschossigen lichtdurchfluteten Gebäude einige marode Fenster gegen Doppelverglasung ausgetauscht. Eine neue Küche hat das DRK-Team bereits eingebaut. Die Ausstattung auf allen drei Etagen ist funktional gut, unter anderem mit Steintreppen, Parkettböden und Holzdielen. Jeder Jugendliche wird ein eigenes Zimmer haben.

Für Einrichtungsleiter Daniel Peetz (36), der das Haus leiten wird, sowie für das pädagogische Team gibt es ein Büro und ein Betreuerzimmer. „Es ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr mindestens ein Betreuer vor Ort“, sagt Claudia Burghans. Es handelt sich um eine offizielle Jugendhilfeeinrichtung mit Genehmigung des Landesjugendamtes für eine stationäre Gruppe.

Das Jugendhaus in Herongen, in dem die DRK-Jugendhilfe seit April 2016 saß, wird jetzt über die Immobilienfirma Camelot einer neuen Nutzung zugeführt. Das Haus befindet sich im Eigentum der Stadt Krefeld und wurde bis 2014 als Schullandheim genutzt. Danach war es bis März 2016 Zentrale Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) für Flüchtlinge.