Umweltministerin besucht die Blumenstadt Straelen

Ursula Heinen-Esser in Straelen : Umweltministerin besucht die Blumenstadt

Ursula Heinen-Esser prognostiziert der grünen Branche eine blühende Zukunft, NRW soll Gartenbauland Nummer eins bleiben.

„Ich bin das erste Mal in Straelen. Ich würde gerne noch einmal wieder kommen, im Frühjahr oder Sommer, wenn hier wieder alles blüht“, freute sich die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Die Straelener CDU lud die Politikerin in das Versuchszentrum Gartenbau ein, um über die Rolle der Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen sowie über die Arbeit ihres Ministeriums zu berichten.

„NRW ist Gartenbauland Nummer eins – das soll auch so bleiben“, informiert Heinen-Esser gleich zu Beginn ihrer Rede. Der Strukturwandel im Gartenbau sei genauso deutlich spürbar, wie in der gesamten Landwirtschaft, informierte sie darüber hinaus.

Ein Zuwachs an Spargel- und Erdbeerflächen sei in der gesamten Region erkennbar. Der Umfang der Anbauflächen ist dabei in allen landwirtschaftlichen Sparten kontinuierlich gestiegen, erzählte sie. Hier seien Umsatzsteigerungen zu erwarten. „Das sind gute Voraussetzungen, um die bevorstehenden Herausforderungen zu meistern“, erzählt Heinen-Esser mit großer Zuversicht.

Gegenwärtig sind innerhalb der Landwirtschaft einige Themen im Umschwung. Die Reduktion von Torf für den landwirtschaftlichen Bedarf aber auch das Reduzieren von Pflanzenschutzmitteln stehen auf der Agenda.

NRW verfolge hier klare Nachhaltigkeitsstrategien. Auch begleite das Umweltministerium des Landes unterschiedliche Projekte beispielsweise im Bereich des nachhaltigen Topfpflanzenanbaus, erklärt sie. Ein unmittelbarer Praxisbezug mit Forschung und Förderung sei enorm wichtig. Die Schnittstelle der landwirtschaftlichen Erzeugung und Klimaveränderung stehe im Fokus der Politik. Das vergangene Jahr war gezeichnet durch die wärmste Periode seit Beginn der Wetteraufzeichnung, erklärt die Ministerin.

Dass 2018 kein Einzelfall ist, zeigen die vergangenen 22 Jahre. In diesen Kalenderjahren häuften sich bereits derartige klimatische Extrembedingungen an. Über 17 Millionen Euro Dürrehilfe hat das NRW-Umweltministerium an rund 700 Betriebe in 2018 subventionieren müssen, informiert Heinen-Esser. Doch nicht nur die Landwirtschaft, auch die Wälder haben gelitten. Insbesondere die Fichte und ihr Wiedersacher, der Borkenkäfer, seien Thema. Die trockene Hitze ließ den zerstörerischen Sechsfüßer prächtig gedeihen. „Der Klimawandel ist da. Wir müssen jetzt lernen uns darauf einzustellen“, erklärt die Umweltministerin.

Insbesondere die Weiterentwicklung von Bewässerungsmaßnahmen und Gießtechniken müssen in Angriff genommen werden. Gegenwärtig wird diskutiert, wie man landwirtschaftliche Belange unter den neuen, klimatischen Bedingungen stärken kann. Der Gartenbau könnte in den kommenden Jahrzehnten eine entscheidende Rolle  spielen. Dort wo wenig Grün ist, ist es im Sommer nachweislich wärmer als im Umland, informiert sie. „Betonwüsten“ ohne Grün sollen durch die sogenannte Klimafolgenanpassung mit mehr Grünflächen versehen werden.

Dies wäre ein wirtschaftlicher Segen für Straelen, da die Unternehmen der Blumenstadt sicherlich ihren Beitrag zum Erreichen der politisch erklärten Ziele leisten könnten. Baumschulen haben bereits erste Initiativen ergriffen und das Thema „grüne Infrastruktur“ in den politischen Vordergrund gerückt.

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