Ü60-Gottesdienste in Weeze und Wemb gehen auf Bedürfnisse der Älteren ein

Kirchliches Leben: Was die Kirche für „Ü 60“ bietet

In Weeze und Wemb gibt es Gottesdienste eigens für Ältere. Monatlich treffen sich die Senioren zu Frühstück oder Kaffee und Kuchen und einmal im Jahr zur Fahrt ins Blaue.

Es duftet nach Kaffee. Während einige Frauen noch geschäftig in der Küche sind, haben die Gäste schon Platz genommen. Neben den Tellern liegt das Gotteslob. Am Ende des Raums steht Pfarrer Klaus Martin Niesmann und winkt verspätete Gäste herein. „Herzlich willkommen, komm’ se rein“, sagt er durch das Mikrofon und macht eine einladende Handbewegung. In der oberen Etage des Pfarrheims in Weeze hat man sich zur Ü-60-Eucharistiefeier zusammengefunden.

„Schon ewig“, gebe es die Veranstaltung, sagt Renate Winkels, die zwischen Küche und Frühstücksraum hin- und herläuft. Früher hieß das aber noch Alten- und Rentnergemeinschaft. Ihre Kollegin vom Ü-60-Team überlegt. „40 Jahre kommen schon die Holländer, da gibt es den Austausch über Euregio“, sagt Ria Nienhuys, die in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag feiert. Mit ihr in der Küche stehen Schwester Anthia, Margret Denissen und Hanna Anhut. „Und der Pastor gehört auch dabei“, sagen die Frauen.

Er ist mittlerweile von den Messdienern Dieter Janßen und Theo Broekmanns umringt. Am Klavier hat Elisabeth Bauer Platz genommen. Pfarrer Niesmann schaut in die Runde. „Das Grippewetter beschert uns eher Besuch am unteren Limit, das sind wir gar nicht gewohnt“, sagt der Geistliche. In Weeze nutzen 40 bis 60 Menschen die Ü-60-Angebote, in Wemb sind es zwischen 25 und 40 Personen. „Da wir nie mit Anmeldung machen, wissen wir nie, wie viele es werden“, sagt Ria Nienhuys. Kaffee wird auf jeden Fall reichlich gekocht. Dem Pfarrer ist es wichtig, dass es an beiden Orten, in Weeze und Wemb, Teams und Angebote gibt. „Damit die Älteren nicht hin- und herfahren müssen“, sagt Niesmann. Das heißt aber nicht, dass es nicht einen regen Austausch zwischen den beiden Gruppen gibt. „Im August fahren wir nach Wemb, dann ist Kirmes, und die Wember kommen zu uns, wenn Karneval ist“, sagt Ria Nienhuys. Und dann gibt es noch die gemeinsame Fahrt ins Blaue, den großen Ausflug mit dem Bus, einmal im Jahr.

An diesem Morgen steht eine Euchastiefeier an, dann das Frühstück, und Kriminalhauptkommissarin Stefanie Bodden-Bergau wird über Betrugsphänomene am Telefon informieren. „Den Enkeltrick kennen viele“, sagt die Polizistin. Viel besorgniserregender sei der falsche Polizist am Telefon. Darüber werden die Ü-60-Gäste einiges hören. Zum Beispiel das Ehepaar Friedrich und Antonie Schramm. Sie seien jedes Mal dabei, wenn für Senioren etwas geboten wird. Wegen der Gemeinschaft seien sie gekommen und des gemütlichen Beisammenseins.

Unter den Kaffeeduft mischt sich der Geruch von frisch gebratenem Rührei. Während Pfarrer Niesmann den Gästen die Geschichte des Propheten Jona nahebringt, haben die Frauen in der Küche alles für das gemütliche Frühstück vorbereitet. Willkommen ist übrigens jeder. „Es kommen nicht nur katholische“, sagt Renate Winkels. Die Türen stehen allen offen.

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