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Tüv in Geldern zieht erfreuliches Fazit

Wirtschaft im Gelderland : Tüv stellt immer weniger Mängel fest

Der Großteil der in Geldern geprüften Autos bekommt sofort die Plakette. Kein Wagen war völlig verkehrsunsicher.

Insgesamt 43,7 Prozent der Autos, die im vergangenen Jahr an der Tüv-Station in Geldern von den Sachverständigen vor Ort auf Herz und Handbremse gecheckt wurden, hatten überhaupt keine Mängel. Das ist ein durchaus erfreuliches Ergebnis. Zusätzlich fanden die Tüv-Sachverständigen bei 17,0 Prozent nur geringe Mängel, sodass 60,7 Prozent sofort eine Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit bekamen.

Bemerkenswert ist aber auch: Bei immerhin 39,4 Prozent wurden erhebliche Mängel festgestellt. Sie mussten umgehend repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die Plakette auf das hintere Kennzeichen und das HU-Siegel in den Fahrzeugschein geklebt werden konnten. Als völlig verkehrsunsicher wurde kein Auto eingestuft. Dies ist zusammengefasst das Ergebnis der HU-Statistik vor Ort, die jetzt von Tüv Nord veröffentlicht wurde. Die fünfte Mängelkategorie „gefährliche Mängel“, die im Mai 2018 neu eingeführt wurde, hat noch keine statistische Relevanz. Ein „gefährlicher Mangel“ ist dabei ein erheblicher Mangel, der eine direkte und unmittelbare Verkehrsgefährdung darstellt oder die Umwelt erheblich beeinträchtigt; zum Beispiel, wenn an einem Fahrzeug alle Bremslichter ausgefallen sind.

Zwei weitere Zahlen aus der Tüv-Statistik: Der durchschnittliche Pkw, der in Geldern an der Station geprüft wurde, war 10,3 Jahre alt und hatte mehr als 116.000 Kilometer auf dem Tacho.

Tüv-Nord-weit hat sich die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln schon zum fünften Mal hintereinander verringert – ein dauerhaft positiver Trend. Dieser stetige Trend ist in den Augen der Tüv-Sachverständigen Beleg für die Wirksamkeit der unabhängigen und neutralen Hauptuntersuchung, die in der Regel alle zwei Jahre fällig ist und wegen der Fahrzeuge mit Mängeln in die Reparaturbetriebe geschickt werden. Dadurch werden die Autofahrer angehalten, in einen guten technischen Zustand ihres Fahrzeugs zu investieren – zum Nutzen für die Sicherheit auf unseren Straßen. Holger Hänsch, der Leiter des Tüv in Geldern, sagt: „Wir freuen uns über diese Entwicklung der Mängelquoten. Die Hersteller bauen schließlich sichere Autos und legen auch Wert auf die Langzeitqualität. Zudem verstärken die Autohäuser und Werkstätten ihre Anstrengungen in Sachen Qualitätssteigerung. Die Autofahrer wiederum kümmern sich in Zeiten guter Wirtschaftslage mehr um Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge und nehmen fällige Termine zur Inspektion und Instandhaltung wahr. Wer sein Auto regelmäßig zu den empfohlenen Inspektionsterminen in einer guten Fachwerkstatt warten lässt, hat bei der Hauptuntersuchung weniger Mängel an seinem Fahrzeug und mehr Freude an sicherer, individueller Mobilität. Besonders freuen würde es uns aber auch, wenn der kurze Check der Beleuchtungsanlage vor Fahrantritt zur Regel wird.“

Dass die Beleuchtungsanlage nämlich mitunter stiefmütterlich behandelt wird, zeigt auch die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt „Licht, Elektrik“ in der Statistik wieder weit vorne. Und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage und deren Reparatur in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen ist. Allerdings ist die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich erneut gesunken. Daran haben auch die Hersteller mit der Entwicklung von zuverlässiger und langlebiger Technik (etwa LED) auch ihren Anteil.

Die alljährliche Beleuchtungsaktion, die jeweils im Oktober unter anderem vom Kfz-Gewerbe und dem Tüv durchgeführt wird, dient auch dem Ziel, Beleuchtungsmängel an Fahrzeugen gerade vor der dunklen Jahreszeit abzustellen.

Insgesamt ergibt sich in der Tüv-Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen „Licht, Elektrik“, „Umweltbelastung“, „Achsen, Räder, Reifen“ und „Bremse“.

Je älter die Fahrzeuge bei ihrem Prüftermin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen Zahlen belegen: Bei der ersten HU im Alter von drei Jahren finden sich bei 5,8 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 10,5 Prozent und so geht es weiter bis zu den Elfjährigen, von denen 29,4 Prozent zur Reparatur in die Werkstatt müssen. Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für Verschleiß und somit für Mängel anzusehen ist, liegt bei den Dreijährigen bei 49.548 Kilometern und bei den Elfjährigen bei 138.508 Kilometern auf dem Tacho.