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Trotz Corona: Liebfrauen-Berufskolleg hält Kontakt mit Senioren

Projekt soll Generationen verbinden : „Glaubensperlen“ für Senioren

Weil auch dieses Jahr das Frühlingscafé im benachbarten Adelheid-Haus ausfällt, haben sich die angehenden Sozialassistenten des Liebfrauen-Berufskollegs eine andere Möglichkeit einfallen lassen, um mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen.

Jana Janßen hört aufmerksam zu, während Adelheid-Haus-Bewohnerin Paula Werkle erzählt. Vor dem Besuch musste die Schülerin einen Corona-Schnelltest machen. Und obwohl dieser negativ ausgefallen ist, trägt die angehende Sozialassistentin, die das Liebfrauen-Berufskolleg in Geldern besucht, eine Schutzmaske. Sicher ist sicher.

Eigentlich ist es Tradition, dass die Schüler, die sich am Berufskolleg zu Sozialassistenten ausbilden lassen, ein Frühlingscafé im benachbarten Seniorenheim organisieren. Aufgrund der Corona-Pandemie ist dies jedoch auch in diesem Jahr nicht möglich. Die Lehrerinnen Kerstin Thissen und Barbara Roghmanns wollten den Schülern dennoch ein generationenübergreifendes Projekt ermöglichen. Ihre Idee: Über „Perlen des Glaubens“ sollten sie miteinander in Kontakt treten.

In den vergangenen Tagen haben insgesamt 60 Bewohner des Adelheid-Hauses und 26 Schüler der Liebfrauenschule jeweils ein kleines Kästchen mit sieben unterschiedlichen Perlen bekommen, die für Glaubensthemen stehen. Beide Seiten waren nun aufgefordert, ihre Gedanken zu den Perlen auf eine Postkarte zu schreiben. Die Organisatorinnen hoffen, dass dadurch ein Austausch zwischen den Generationen zustande kommt. Tanja Köhler, ebenfalls Schülerin der Liebfrauenschule, findet die Idee gut: „Die Senioren werden sich über die Karten freuen, jede sieht anders aus. Und ich bin gespannt, was sie zu erzählen haben. Dieser Kontakt kann mich auch persönlich weiterbringen.“

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Die ersten Erfahrungen sind positiv, berichtet Kerstin Thissen: „Im Adelheid-Haus gab es schon Nachfragen, wann denn die nächsten Karten ankommen. Postkarten kennen die Bewohner noch aus ihrer eigenen Jugend, das kann schöne Erinnerungen wecken“, erzählt sie.

Für Schülerin Jana Janßen hat das Postkartenschreiben noch einen weiteren Vorteil: „Bei einigen Themen ist es schwierig, einfach so mit Fremden darüber zu sprechen. Es ist einfacher, seine Gedanken aufzuschreiben.“ Dennoch hat sie sich gefreut, zu der kleinen Schülergruppe zu gehören, der ein Besuch im Seniorenheim des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer gestattet wurde. Stellvertretend für ihre Mitschüler haben die „Reporter“ Interviews mit den Senioren geführt.