Neuer Schädling in Straelen Treibhäuser geräumt und gesperrt

Straelen · Geräumt und gesperrt sind die Gewächshäuser des Gartenbauversuchszentrums (GBZ) Straelen. Schuld daran ist Thrips palmi.

Das ist der wissenschaftliche Name für einen millimeterkleinen Pflanzenschädling aus Asien, der an Alpenveilchen (Cyclamen) im GBZ nachgewiesen wurde — und damit erstmals in Deutschland überhaupt.

Komisch aussehende Pflanzen führten vor etwa zwei Wochen zur Meldung aus Straelen an den Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW. So schilderte es dessen Pressesprecher Bernhard Rüb. Die Experten dieses Dienstes, der im Auftrag der Landesregierung arbeitet, brachten lebende Exemplare dieser wie weiße Fliegen aussehenden Insekten von der Blumenstadt nach Bonn. Mit Hilfe des Julius-Kühn-Instituts Braunschweig wurden die Tiere als Thrips palmi identifiziert.

Sie kommen aus Asien und sind laut Rüb im Gegensatz zu ihren hiesigen Artgenossen aggressiv. "Sie befallen auch gesunde Pflanzen, es gibt kaum Chemikalien dagegen", sagt Bernhard Rüb.

Nach der Analyse lief das laut Rüb genau geregelte Procedere bei solchen Fällen an. Die Treibhäuser wurden geräumt, in den Außenanlagen des GBZ wurden gefährdete Pflanzen entfernt. Nach Auskunft aus dem GBZ mussten einige Tonnen Versuchspflanzen zur Verbrennung nach Asdonkshof transportiert werden.

Das Auftauchen von Thrips palmi sei kein Grund zur Panik, betonte der Pressesprecher des Pflanzenschutzdienstes. "Wir haben es hier mit einem geschlossenen System zu tun", sagte Bernhard Rüb. Außerdem behagten die winterlichen Temperaturen draußen dem Schädling nicht.

Die jetzt leeren Treibhäuser werden unter Quarantäne gestellt und auf 16 Grad aufgeheizt. In der Wärme sollen sich die Tierchen wohlfühlen und eventuell vermehren. Läuft alles nach Plan, stirbt Thrips palmi den Hungertod, da er in den geräumten Flächen keine Nahrung mehr findet. 70 Tage dauert die Quarantäne.

"Die Quarantäne soll die Ausbreitung des Schädlings und damit wirtschaftlichen Schaden verhindern", sagt Bernhard Rüb. Nach der Quarantäne werden Fangpflanzen in die Gewächshäuser gestellt, um damit eventuell noch versteckte Thrips palmi aufzuspüren.

Die Quarantäne zwingt zudem zu einer Verlegung des im Versuchszentrum geplanten Straelener Spargeltages. Er findet jetzt am kommenden Dienstag, 2. Dezember, ab 9.30 Uhr in der Bürgerhalle Herongen statt.