Herr-der-Ringe-Fans in Geldern: Tolkien-Archiv soll in Ponter Tennisheim

Herr-der-Ringe-Fans in Geldern : Tolkien-Archiv soll in Ponter Tennisheim

Fantasy-Fans und Boule-Spieler sollen künftig die ehemalige Anlage des TC Pont nutzen. Das sieht ein gemeinsamer Antrag vor, den der Heimat- und Förderverein gemeinsam mit der CDU ausgearbeitet hat. Auch Parkplätze sind geplant.

Elben, Zwerge, Magier und Orks, die friedlich miteinander Boule spielen: In Pont könnte das bald möglich sein. Zumindest, wenn die gemeinsamen Pläne des CDU-Ortsverbandes und des Heimat- und Fördervereins (HFV) entsprechende Unterstützung erhalten. Dann jedenfalls hätten sie mit den Folgenutzungsplänen für die brachliegende Ponter Tennisanlage (die RP berichtete) einen echten Coup gelandet.

Denn das ehemalige Vereinsheim der Tennisspieler soll künftig zum Vereinsheim der Deutschen Tolkien-Gesellschaft (DTG) werden — und gleichzeitig das Archiv dieses Vereins sein. Sebastian Kleinen ist Vorsitzender der Tolkien-Gesellschaft, die das Interesse an Leben und Werk des Autors J. R. R. Tolkien fördern will. Der Schriftsteller ist besonders in den vergangenen Jahren wieder in aller Munde, denn mit dem "Hobbit" und der "Herr der Ringe"-Trilogie hat er den Stoff für die gleichnamigen Kino-Blockbuster gelegt. Literatur und Fanartikel könnten wahrscheinliche ganze Bibliotheken füllen. Oder eben ein eigenes Archiv in Pont.

Kleinen jedenfalls bestätigt auf Anfrage der Rheinischen Post Gespräche mit dem Heimatverein. Der soll, so ist es geplant. das Klubhaus übernehmen, die DTG würde dann quasi zum "Untermieter". Für die Tolkien-Freunde wäre das ein großer Schritt. Denn die 1997 gegründete Tolkien-Gesellschaft mit Sitz in Köln verfügt noch nicht über ein eigenes Vereinsheim und hätte dieses dann gefunden.

Kleinen: "Für uns wäre der Standort in Pont optimal. So kann auch der regelmäßige Austausch mit den niederländischen Tolkien-Freunden fortgesetzt werden." Pont ist den Fantasy-Fans schon jetzt ein Begriff, seit dort im vergangenen Jahr erstmals die Tolkien-Tage stattgefunden hatten, organisiert von der Tolkien-Gesellschaft. Damals war die gute Atmosphäre einhellig gelobt worden. Kein Wunder, schließlich ist Pont als Heimat der legendären Drachentöter prädestiniert für die Fans der phantastischen Welten Tolkiens.

Die Tolkien-Gesellschaft will das Vereinsheim übrigens nicht auch als zentrales Archiv nutzen, in dem Material gelagert wird. Es soll auch für Recherchen genutzt werden können. "Dazu müssen wir die Materialien unserer 18 Regionalgruppen zusammen tragen. Dann wäre erstmals unser gesamter Bestand an einem Ort", sagt Kleinen.

Pläne haben CDU und HFV aber auch für die Außenfläche. Derzeit überwuchert Unkraut die Tenniscourts, doch zwei von ihnen sollen zu Boulebahnen umgebaut werden. Ziel des HFV ist es, am Niederrhein eine Bouleanlage für große Turniere zu schaffen. Eine solche fehlt hier bislang. Bis zu 20 Boulebahnen könnten auf zwei Courts in Pont entstehen. Dabei wird eine Kooperation mit dem Landes-Bouleverband angestrebt. Grundsätzlich habe der schon Zustimmung signaliert, heißt es in dem Antrag. Die restlichen Flächen sollen zu Parkplätzen ausgebaut werden.

Eine Bedingung allerdings knüpfen die Antragsteller an eine Übernahme der Vereinsräume: Terrasse und Heizungsanlage müssten vorher noch erneuert werden.

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(buer)
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