Theatergruppe der St.-Antonius-Bruderschaft Hartefeld Die Senioren-WG - Die Hölle zu Lebzeiten

Hartefeld · Mehrfach mussten die Aufführungen verschoben werden, nun ging es in der Dorfschmiede endlich auf die Bühne: Die Theatergruppe der St.-Antonius-Bruderschaft Hartefeld spielte unter Leitung von Claudia Degenhardt den Dreiakter „Die fidele Senioren-WG“.

In der Hartefelder Senioren-WG machten sich die Bewohner gegenseitig das Leben schwer. Am Ende finden aber doch zwei Paare zueinander.

In der Hartefelder Senioren-WG machten sich die Bewohner gegenseitig das Leben schwer. Am Ende finden aber doch zwei Paare zueinander.

Foto: Norbert Prümen

Die Theatergruppe der St.-Antonius-Bruderschaft Hartefeld  hatte zum Dreiakter „Die fidele Senioren-WG“ eingeladen. Eine Geschichte, wie aus dem Leben gegriffen:  Sechs gegensätzliche Charaktere wohnen zusammen und es kommt ständig zu verbalen Auseinandersetzungen. An „Nettigkeiten“ wurde dabei nicht gespart. Und in erster Linie ging es dabei um Sex. Nichts für empfindliche Gemüter. Aber das schien den Hartefeldern zu gefallen. Über zwei Akte zog sich dieses Gesprächs- und Streitthema.

War da doch der charmante Gentleman Engelbert Rademacher, gespielt von Klaus Degenhardt. Der distinguierte, grauhaarige Herr mit Schnauzer, im Hausrock mit weißem Schal, oder dunklem Anzug mit Fliege.  Dazu die feine Dame von Stand, Margot von Kranskow (Veronika Ripkens), die sehr auf Etikette achtete und aufgrund ihres Standesdünkels alle andern verachtete. Heidrun Schmalz (Rosi Lippmann) stellte das absolute Gegenteil dar. Sie spielte die naive, gutmütige Witwe, die immer zurücksteckte. Ihr Pendant war der Chauvinist und Macho Hans-Jürgen Bausewein (Theo Hendricks), von seiner „angeblichen“ Männlichkeit überzeugt, und dies auch ständig durch eindeutige Gesten verdeutlichte. Leider war in Wahrheit nur alles „heiße Luft“. Dann war da noch die echte Giftspritze Geraldine Klöppel. Sie stellte sich gerne als „männermordender“ Vamp dar. Ihr gewagter Aufzug ließ auf jeden Fall keinen Zweifel daran. Leider hatte sie damit nicht den von ihr erwünschten Erfolg. Deshalb wollte sie der Senioren-WG Adieu sagen und ausziehen. Besser so – für alle!

Besonders gut spielte Josef „Sepp“ Matschkowski (Andreas Dennes) den Proleten. Mit Bierbauch, Addiletten, weißen Socken und dem T-Shirt einer heimischen Brauerei bekannte er sich zu seinen Lieblingsbeschäftigungen: Bier trinken und Fußball im Fernsehen anschauen. Er entlockte manchem Zuschauer ein Lächeln.

Eine Multirolle hatte die Spielleiterin, Claudia Degenhardt. Sie kam sowohl als italienischer Pizza-Bote, als auch als Masseurin, Fleurop-Lieferantin oder Hochzeitsplanerin auf die Bühne. Alles ein Ergebnis eines zu geringen Einkommens. Was blieb ihr da übrig, als sich mehrere Jobs zu suchen, damit sie ihr Leben bestreiten konnte. Eine traurige Wahrheit.

Aber es kam, wie es kommen sollte: Am Ende fanden dann doch noch zwei Paare zusammen und gestanden sich ihre heimliche Liebe zueinander. Geraldine wollte in ein eigenes Appartement umziehen und Sepp würde sein eigenes Fernsehzimmer mit Riesen-TV bekommen. Ende gut, alles gut.

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