Issum: Tempo 20 auf Sevelens Dorfstraße

Issum: Tempo 20 auf Sevelens Dorfstraße

Zwischen Marienstraße und Kreisverkehr wird die Trasse neu gestaltet. Es entsteht eine niveaugleiche Verkehrsfläche mit acht neuen Parkplätzen. Auch Gastronomie, Einzelhandel und Wohnen sind auf dem ehemaligen CAP-Markt-Gelände vorgesehen.

Nicht mehr so weit das Gaspedal durchtreten wie bisher dürfen bald Autofahrer, wenn sie auf der Sevelener Dorfstraße unterwegs sind. Denn ein Teilstück davon soll zu einem "verkehrsberuhigten Geschäftsbereich" werden. Zwischen Marienstraße und dem Kreisverkehr gilt Tempo 20, und zwar ab Ende 2018. Dann soll die Umbaumaßnahme, deren Vorentwurf der Ausschuss für Bauen, Planen, Wohnen und Grünflächen in seiner jüngsten Sitzung einstimmig billigte, planmäßig fertig sein.

So soll der Bereich nach den Vorstellungen des Planungsbüros ASS aussehen. Foto: rdpicgel

Die Neugestaltung dieses Dorf-Abschnitts ist, neben der Umgestaltung des Kirchplatzes (die RP berichtete), ein weiterer wichtiger Mosaikstein in der Entwicklung des Sevelener Ortskerns. Möglich ist das, weil die Straße von einer Landes- zu einer Gemeindestraße umgestuft wurde. Nach den Vorstellungen des Planungsbüros ASS soll grundsätzlich die Trennung zwischen Fahrbahn und Gehweg und somit auch zwischen Kraftfahrzeugverkehr und Fußgängern erhalten bleiben. Allerdings werden Fahrbahn und Gehweg sich künftig auf gleichem Niveau befinden und mit dem gleichen Pflaster belegt sein. Die Fahrbahn soll nur durch eine farbig deutlich abgesetzte Rinne gekennzeichnet sein, für alle Verkehrsteilnehmer gilt Gleichberechtigung.

Die Radler rollen künftig statt auf den jetzigen schmalen Radwegen auf der Fahrbahn, die mit 4,50 Metern schmaler wird als bisher. Dafür werden die Gehwege breiter. "Durch Baumtore wird auf die Einengung hingewiesen, das macht die Autofahrer aufmerksamer", erklärte ASS-Vertreter Jens Ebener.

Neu sind acht Längsparkplätze in diesem Straßenabschnitt. Eine zusätzliche Beschilderung an den Enden der Zone soll auf die Stellplätze hinweisen. Halten zum Ein- und Aussteigen sowie zum Be- und Entladen ist nach dem vorgestellten Konzept auch in den übrigen Abschnitten möglich.

Für das Frühjahr 2018 ist der Beginn des Dorfstraßenumbaus vorgesehen. Die Gesamtkosten gibt ASS mit 396.000 Euro an. 60 Prozent davon fördert das Land, den Rest zahlt die Gemeinde Issum.

Auch die Zukunft des ehemaligen CAP-Markt-Areals an der Dorfstraße wird in den Blick genommen. Die Immobilie, die nach langem Leerstand eine Zeitlang als provisorische Asylbewerberunterkunft genutzt wurde, befindet sich mittlerweile in Gemeindebesitz. Die Planer von ASS schlagen vor, den CAP-Markt abzureißen und auf dem 2000 Quadratmeter großen Grundstück einen zwei- bis dreigeschossigen Neubau zu errichten. Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen sowie Wohnen, besonders in den Obergeschossen, sei denkbar. Dadurch könnte das Ortszentrum gestützt werden. ASS-Vertreter Hans-Joachim Hamerla brachte in der Sitzung des Ausschusses auch den Bau einer Tiefgarage zur Sprache.

Nach seiner Auffassung kommt es nicht zuletzt darauf an, auch angrenzende Grundstückseigentümer für eine Entwicklung dieses Bereichs zu motivieren. ASS regt an, ein grundsätzliches Konzept für die Entwicklung dieses Standorts zu erarbeiten und mit den Entwürfen für die angrenzenden Straßen der Politik zur Beschlussfassung vorzulegen. Anschließend sollen Investoren gewonnen und das Areal ausgeschrieben werden. Von den Ausschussmitgliedern wurde die Präsentation positiv aufgenommen. "Da kommt Hoffnung auf Attraktives auf", sagte Rolf Flottau (FDP).

(RP)