Rassegeflügeschau: Tauben, Puten und Hühner in Issums Bürgerhaus

Rassegeflügeschau : Tauben, Puten und Hühner in Issums Bürgerhaus

Am Wochenende konnten Interessierte und das Fachpublikum eine große Zahl an Geflügelrassen in Issum bewundern.

Es riecht nach Heu und Tier – so, wie man das sonst nur vom Bauernhof kennt. Doch statt Kühen und Schweinen konnte man am Wochenende im Bürgerhaus Issum Tauben, Hühner, Puten und Gänse beobachten. Schon seit 45 Jahren, seit der Gründung des Rassenflügel-Zuchtvereins Issum und Umgebung, findet diese Ausstellung jedes Jahr statt. Dabei gibt es viele interessante Fakten zum Thema Rassenzüchtung.

„Unsere Tiere werden gehegt und gepflegt“, erklärt 1. Vorsitzender Udo Gerritz stolz. Zwar ist er selbst erst seit ein paar Jahren dabei, doch die Eröffnungsfeier macht ihm eine große Freude. Nachdem am Freitag die Preisrichter aus dem Kreis- und Landesverband mit strengen Blicken durch die Reihen der Käfige geschritten waren, hatten einige Tiere den ersten oder zweiten Preis zum Thema Rassenstandard bekommen.

Jede Rasse hat ihre eigenen Standards, die vom Züchter so gut wie möglich erfüllt werden müssen, um eine bestmögliche Benotung zu erzielen. Dabei geht es vor allem um die Form, zum Beispiel die Unterlinie eines Huhns, die Augenfarbe, die Federn, den Kamm und die Farbe. Bei Puten zählt ebenfalls das große Schönheitsmerkmal um den Kopf und Schnabel herum. Eine Besonderheit für eine gute Zucht ist beispielsweise das grüne Schimmern der schwarzen Federn eines Huhns oder die weißen Schwanzfedern (Schläge) einer schwarzen Taube.

Wenn die Tiere bewertet sind, bekommen die Züchter ein Feedback. Werner Schemmer, ein weiterer Taubenzüchter, muss zum Beispiel noch etwas an der Farbe der Federn seiner Tiere arbeiten. Das dauert natürlich mindestens bis ins nächste Jahr, da er sich viele Gedanken über weitere Tiere zur Paarung für die richtige Züchtung machen muss. „Aber das ist das, was das Hobby ausmacht“, bemerkt der Spezialist.

„Geflügelzüchtung ist eben kein Hobby, das man beiseite legen kann, so wie ein Briefmarkenalbum“, erklärt Gerritz. Die Tiere müssen täglich gepflegt und gefüttert werden. Außerdem können Tiere einen Wert von mehrere Hundert bis hin zu 5000 Euro haben. „Deshalb passiert es unter Umständen, dass manchmal eine ganze Züchtung gestohlen wird. Das ist ein großer Verlust“, sagt Bernd Kanter, ebenfalls Mitglied des Vereins.

 Ein Highlight der Schau war ein Küken, das am Samstag gegen 11 Uhr schlüpfte und im Brutkasten zur Welt kam. Im Vergleich zu den großen Puten wirkte das niedliche Vögelchen unendlich klein.

Der Geflügel-Zuchtverein wird auch in zwei Wochen auf dem Hubertusmarkt in Issum einige Beispiele der Züchtung ausstellen.