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Tanzgruppe "Family for dance" aus Straelen hört nach 15 Jahren auf.

Karneval in Straelen : Ein letzter Tanz auf dem „Narrenschiff“

15 Jahre lang sorgte „Family for dance“ für einen der Höhepunkte bei den Straelener Karnevalsveranstaltungen. Mit der Kappensitzung heute geben die Frauen und der Mann in der Bofrost-Halle ihre Abschiedsvorstellung für die GKG.

Wenn der Zeitplan eingehalten wird, verkündet Uwe Grimm, Präsident der Großen Karnevalsgesellschaft (GKG) „Narrenschiff“, heute kurz nach 22 Uhr einen der Glanzpunkte der Straelener Prunksitzung. Paradiesvögel werden auf die Bühne in der Bofrost-Halle kommen. Die Kostüme mit bunten Federn zieren die Tänzerinnen und den Tänzer von „Family for dance“. Die Truppe hat sich noch einmal aufwändig verkleidet, denn dieser Tanz ist für sie der letzte im GKG-Karneval. Nach 15 Jahren hört das Ensemble auf.

„Das war die Entscheidung der ganzen Gruppe“, sagt Trainerin Ulla Greinert im Spiegelsaal des Family-Tanzstudios. Sie blickt auf die Tänzer im schwarzen Trainings-Dress, die sich zu dem stampfenden Rhythmen eines Latin-Disco-Songs bewegen. Da ist viel Dynamik drin, Hüften kreisen, Arme schwenken, eine Frau steigt auf die Schultern des Mannes und lässt sich vorwärts in 16 auffangbereite Arme fallen. Eine der Tänzerinnnen gibt zwischendurch leise Kommandos. Nicht alle Figuren gelingen, aber das wird dann weggelächelt. „So wie auf der Bühne auch“, erklärt Ulla Greinert. Nach dem Schlussbild gibt es Applaus von ihr und den anderen Zuschauern.

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Es ist den Tänzern anzusehen, wie viel Spaß ihnen die Choreographie macht. Doch in der Lebensphase von Mitte 20 bis Mitte 30 gibt es eben noch Wichtigeres. „Da stehen die Familien im Vordergrund, da ist die Arbeit, Kinder sind da oder kommen“, meint die Trainerin mit Blick unter anderem auf einige schwangere Tänzerinnen, die an diesem Abend das Training der anderen beobachten. Das Mitmachen bei „Family for dance“ nimmt eben viel Zeit in Anspruch. Zweimal wöchentlich wird geprobt. Hinzu kommen die Stunden, die für das Gestalten der Kostüme nötig sind.

Mit vollem Engagement sind und waren alle bei der Sache, einige haben mit sechs Jahren bei der Truppe angefangen. „Es wird mir etwas fehlen, es ist schon traurig“, erklärt Eva-Maria Krohn. Viel Schweiß ist über die Jahre geflossen. Und ganz ohne Verletzungen ging es in der Gruppe auch nicht ab: Es gab einen Nasenbeinbruch, einen Bänderriss, ein Schleudertrauma. Künftig, so verrät Meike Tönißen, will man sich nur noch rein privat im Tanzstudio treffen. Doch an diesem Abend gilt die volle Konzentration der Vorbereitung auf die letzten Shows in der Bofrost-Halle. Rund sechs Minuten dauert der Haupttanz der Paradiesvögel, als Zugabe ist ein Medley aus 15 Jahren eingeplant. 

 Andrea Stromenger, Katrin Hout, Bernd Gatzweiler und Nicole Weymanns bei der Anprobe des Paradiesvogel-Kostüms.
Andrea Stromenger, Katrin Hout, Bernd Gatzweiler und Nicole Weymanns bei der Anprobe des Paradiesvogel-Kostüms. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Am Abend des Auftritts dauert die Vorbereitung in der Kabine an die fünf Stunden, inklusive Sekt für die Lockerheit. Denn bei aller Routine ist das Lampenfieber immer da. Und das sei auch gut so, meint Trainerin Ulla Greinert. Das lasse das Adrenalin fließen, halte die Spannung hoch und trage zur Konzentration bei, um die Schrittfolgen, Hebefiguren und Würfe gelingen zu lassen. Und ohne Lampenfieber, sind sich alle einig, wäre der Applaus am Ende nur halb so schön.