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Strenge Vorgabe für die Gottesdienste in Kerken in Corona-Zeiten

Messfeiern in Kerken zu Corona-Zeiten : Bei Anruf Gottesdienst

Die katholischen Kirchen öffnen nach der langen Pause in der Corona-Krise unter strengen Auflagen wieder. Die evangelischen Gotteshäuser bleiben am ersten Mai-Wochenende noch geschlossen. Entscheidung fällt am Montag.

Kein Gesang, Maskenpflicht und kein Gottesdienstbesuch, ohne sich vorher dafür telefonisch angemeldet zu haben. So ist es in Kerken. Die katholischen Kirchen öffnen am Wochenende nach einer langen Pause in der Corona-Krise wieder. Die Auflagen, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten sind streng. Beispielhaft werden die Maßnahmen der Pfarrgemeinde St. Dionysius Kerken vorgestellt. „Wir wollen ganz vorsichtig sein“, erklärt Kerkens Pfarrer Christian Stenz. 16 Punkte umfassen die „Wichtigen Informationen zum Gottesdienstbesuch ab dem 2. Mai 2020 in der Pfarrei St. Dionysius Kerken“. Auf Gesang wird verzichtet, um die Gefahr einer Tröpfcheninfektion auszubremsen. Ganz ohne Musik sind die Gottesdienste aber nicht. „Wir haben einen guten Kirchenmusiker, Karl Hammans“, sagt Stenz. Auch einzelne Sänger werden mit ausreichend Abstand vertreten sein. Für die Besucher des Gottesdienstes gilt Maskenpflicht. „Maske ab“ gelte nur bei der Kommunion. „Das ist so ein kritischer Moment“, sagt der Pfarrer. Er zieht dann eine Maske auf, gesprochen wird bei der Ausgabe der Kommunion nicht. Eine Mundkommunion, die Gabe der Hostie in den Mund, wird es ohnehin nicht geben. Während des Gottesdienstes wird Stenz ansonsten keine Maske tragen. Denn wenn er im Altarraum predigt, ist er weit genug weg von den Menschen.

Wer in den Gottesdienst geht, meldet sich vorher telefonisch an. „Wir wollen Enttäuschungen vermeiden“, sagt der Pfarrer zu der Maßnahme. Zwei Herren aus der Gemeinde nehmen die Anrufe entgegen und führen Listen. Zwei Messen in der Woche pro Person und nur eine Woche im Voraus sind möglich. „Wir wollen erst einmal Erfahrungswerte sammeln.“ Mit dem Zollstock wurde nachgemessen, damit der Mindestabstand gewahrt werden kann. Das Ergebnis: In allen drei großen Kirchen, in Stenden, Aldekerk und Nieukerk, können 40 Plätze besetzt werden. Normalerweise besuchen die Gottesdienste in Stenden 50 bis 80, in Aldekerk und Nieukerk 80 bis 150 oder noch mehr Menschen. Das haben regelmäßige Zählungen ergeben. Damit möglichst viele Menschen, aber eben nicht alle auf einmal, einen Gottesdienst besuchen können, wurde die Anzahl der Gottesdienste erhöht. Zusätzliche gibt es am Montagabend, Donnerstagmittag und Sonntagabend. „Wir können das nur so machen, weil wir drei Priester haben“, sagt Stenz über die aktuell gute Personalsituation. „Wir werden die Regeln jederzeit anpassen, in die eine oder andere Richtung“, sagt er über das Verhalten in Corona-Zeiten.

Die evangelischen Kirchen bleiben am ersten Mai-Wochenende noch geschlossen. „Natürlich wollen wir gerne öffnen“, sagt Stefan Schmelting, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des evangelischen Kirchenkreises Kleve. Am Montag kam das Pfarrkonvent zu der Frage zusammen. „Einhellig wurde die Meinung vertreten, dass der 3. Mai als Starttermin zu früh sei“, fasst Superintendent Hans-Joachim Wefers die Entscheidung des Pfarrkonvents zusammen. Die Folgen der derzeitigen Lockerungen seien bislang nicht ersichtlich.

Man wolle zunächst das Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am 30. April abwarten. Das Pfarrkonvent tagt dann wieder am Montag. Dann soll über ein Startdatum beraten werden, das man den Presbyterien vorschlagen wolle, sagt Schmelting. Auch wenn Gottesdienste wieder erlaubt sind, liege es ohnehin am Presbyterium vor Ort, ob eine evangelische Kirchengemeinde seine Türen für Gottesdienste wieder öffne oder nicht. Denn es sind eben die Gemeinden vor Ort, die die Sicherheitsmaßnahmen umsetzen müssten. Bis dahin gebe es weiterhin Online-Angebote. Eine Übersicht findet sich auf www.kirchenkreis-kleve.de. Über weitere Aktionen berichten auch die Internetseiten der Kirchengemeinden selbst.